Schulabbrecher, na und?

Eisenach liegt bundesweit an der Spitze bei Schulabbrechern. Doch ist das wirklich so schlimm, wie sich viele empören?

Birgit Schellbach leitet die Lokalredaktion Eisenach.

Birgit Schellbach leitet die Lokalredaktion Eisenach.

Foto: Norman Meißner

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Die Süddeutsche titelte „Eisenach – die Stadt der Schulabbrecher“. Na und? Ich finde das überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil: Ich finde es gut, wenn Lehrer den Mut haben, Schülern klarzumachen, dass sie das Klassen- oder Prüfungsziel nicht erreichen.

Denn die Konsequenz eines Durchbringens ist doch, dass sich nachfolgend in der Lehre die Ausbilder über mangelnde Kenntnisse und Kompetenzen beschweren. Vertreter aus Wirtschaft und Handwerk werden nicht müde, die Qualität heutiger Schulabgänger zu bemängeln.

Wenn bestimmte Schulen wegen ihrer Abbrecher jetzt an den Pranger gestellt werden, braucht man sich nicht zu wundern, wenn Lehrer künftig ein Auge zudrücken. Dann stimmt die Statistik wieder, und die Stadt taucht nicht mehr in den überregionalen Schlagzeilen auf.

Aber ist den Schülern und ihren Eltern damit wirklich geholfen?

Schulabbrecher hat es zu allen Zeiten gegeben. Manche sind Spätzünder, andere wiederum eher handwerklich begabt als in Natur- oder Geisteswissenschaften. Ich habe bereits vor vielen Jahren über das Thema in unserer Lokalzeitung berichtet. Was mich ärgert, ist die Tatsache, dass Projekte immer nur dann angeschoben werden, wenn sich irgendwo ein Brennpunkt entwickelt hat. Dann ist es aber zu spät. Eine kontinuierliche Förderung und Betreuung ist notwendig.

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