Guten Morgen, Erfurt: Total von der Rolle

Erfurt  Michael Keller über Phänomene in der Pandemie.

Redakteur Michael Keller

Redakteur Michael Keller

Foto: Hartmut Schwarz

Man wundert sich in diesen Tagen nicht nur über so manchen Zeitgenossen. Die eigentlich verwunderlichen Dinge spielen sich aber eher verborgen im heimischen Umfeld ab und erfahren durch das vielerorts praktizierte Homeoffice mit Dauerpräsenz in den eigenen vier Wänden eine ungeahnte Zuspitzung.

Wir reden hier, wie schon so oft in der Pandemie, von Toilettenpapier. Nicht vom Beschaffungswahn. Nein, von dem technisch bedingten Umstand, dass die Papierrollen immer wieder ein unkontrolliertes Eigenleben entfalten. Sie neigen dazu, sich ohne äußeren Anstoß abzurollen.

Nichtsahnend betritt man den Ort des stillen Gedenkens und stutzt. Auf dem Boden türmt sich eine zwei-, drei- oder vierlagige Endlosschleife. Immer wieder hört man von diesen mystischen Vorgängen, die unseren Intellekt inspirieren. Inzwischen beschäftigen sich ganze Internetforen mit der Frage, wie man die Toilettenpapierrolle richtig aufhängt. Muss sie nach vorn oder nach hinten abrollen. Ist das die Lösung? Oder haben wir es hier einfach nur mit der Einmischung des Faktors Zufall zu tun? Stecken womöglich, wie von manchen Überdrehten bei der Pandemie vermutet, dunkle Mächte dahinter? Wenn ja, welche? Bill Gates?

Fragen, die uns noch lange über den Lockdown hinaus beschäftigen werden. Denn eines ist sicher: Man wird auch fürderhin seinen menschlichen Bedürfnissen nachgehen müssen.