Zeitungen aus der Wende-Zeit im Erfurter City-Schaufenster

Erfurt  30 Jahre friedliche Revolution: Buchhandlung am Anger zeigt „Das Volk“-Seiten

„Das Volk“-Titelseiten täglich im Fenster.

„Das Volk“-Titelseiten täglich im Fenster.

Foto: Peter Peterknecht

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Die Idee kam von einem Kunden, erzählt Peter Peterknecht, Buchhändler vom Anger. Eben jener Thomas Gazda habe die Ausgaben der SED-Tageszeitung „Das Volk“ vom 4. Oktober bis 31. Dezember des Wendejahres 1989 gesammelt und fragte Peterknecht, ob er damit etwas anfangen könne.

Nach einem Durchblättern entschied sich der Buchhändler, die Titelseiten bis zum 9. November im Schaufenster zeigen. „Mal sehen, wie die Leute reagieren.“ Ganz bewusst stelle er die Zeitdokumente unkommentiert aus, damit jeder sich sein Bild machen kann. Über die sozialen Netzwerke spielt Peter Peterknecht die Geschichte aber weiter, schaut da schon mal auf die Innenseiten. Auf denen dann erwartungsgemäß die eher spannenden Sachen zu finden seien. So wurden auf dem Titel vom 8. Oktober die Glückwünsche zum Republikgeburtstag gefeiert. Aber innen fand sich dann schon eine Meldung von „reaktionären Kräften“, die in Arnstadt den Republikgeburtstag gestört hätten. Erste – auch gedruckte – Zeugnisse des Widerstandes gegen die SED-Herrschaft in Thüringen.

„Ich will auch daran erinnern, dass es damals wirklich Zensur bei den Zeitungen gab“, sagt Peterknecht. So sei eben auch die Berichterstattung linientreu gewesen. Wenig später waren es aber die Mitarbeiter von „Das Volk“, die per demokratischer Abstimmung sich als erste Redaktion von der SED losgesagt und die „Thüringer Allgemeine“ gegründet hatten.

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