Schießsportarena in Gera-Aga soll 2023 fertig werden

Gera-Aga.  Gäste durften sich Eindrücke von Dimensionen und Baufortschritt verschaffen. Beim Probeschießen wird Lärm gemessen und Technik getestet. Die Planungen laufen seit 12 Jahren.

Uwe Meißner präsentiert den Namen „Schießsportarena Aga“, den die Anlage künftig tragen soll. 

Uwe Meißner präsentiert den Namen „Schießsportarena Aga“, den die Anlage künftig tragen soll. 

Foto: Marcel Hilbert

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Einen Blick in die nicht allzu ferne Zukunft durften am Sonnabend auf Einladung über 80 Besucher, darunter Jäger und Sportschützen, in Aga werfen. Mit Sondererlaubnis für einen Tag verwandelte sich die dortige Tongrube der Geraer Adelheid Meißner GmbH in die „Schießsportarena Aga“.

Der zum offiziellen Probeschießen präsentierte künftige Name der weit fortgeschrittenen Anlage ist keine Untertreibung: Das riesige Areal mutet allein schon durch den umgebenden Ring der fast abgeschlossenen Lärmschutzwälle wie eine Arena an. 5,8 Hektar misst die gesamte Anlage einschließlich der Wälle, die final zwischen 19,5 und 22 Metern hoch sein werden. Etwa zwei Hektar groß ist die inne liegende Fläche, die eigentliche Arena, die später noch versiegelt wird und sowohl die Wurfscheibenanlagen für Trap und Skeet als auch das künftige Schießhaus für die 50-, 100- und 300-Meter-Bahnen umfasst. Letztere verläuft vom Schießhaus sozusagen durch die Trap- und Skeet-Anlage zum Zielgebäude, das bereits zu erahnen ist.

Fertigstellung nach jetzigem Stand im Jahr 2023 anvisiert

2023 soll die Arena nach jetzigem Stand in Betrieb gehen können, 16 Jahre nach dem Beginn der Planungen, die in enger Abstimmung mit und unter ständiger Kontrolle durch die zuständigen Behörden der Geraer Stadtverwaltung vorangetrieben wurden. Unter diesem Aspekt war auch das Probeschießen in Trap und Skeet um die ersten Arena-Pokale zu sehen. Denn während Sportschützen und Jäger mit der Flinte auf die Tontauben schossen, war Silke Weitzmann vom Immissionsschutz im städtischen Umwelt-Fachdienst mit ihrem Team an neuralgischen Punkten unterwegs für Lärmmessungen.

„Trap und Skeet sind die mit Abstand lautesten Disziplinen, die hier geschossen werden sollen“, sagte sie und bilanziert: „In Aga selbst waren die Schüsse kaum hörbar.“ In Schellbach im benachbarten Sachsen-Anhalt war das Schießen bei jenem Anwohner, der am nächsten zur Tongrube wohnt, „zwar deutlich wahrnehmbar, aber selbst in der Spitze nicht einmal annähernd im Bereich der Grenzwerte“, sagt Silke Weitzmann.

Lärmmessungen auch in der Nachbargemeinde

Mit diesen Nachbarn stünde man aber in gutem und engem Kontakt, sagt der Agaer Ortsteilbürgermeister und Mitarbeiter der Meißner GmbH, Bernd Müller. Steffen Kühn, Mitglied des Bauausschusses der Gemeinde Gutenborn, zu der Schellbach gehört, war ebenfalls zu dem Testschießen eingeladen. Die Einhaltung des Lärmschutzes, sagt er, sei die Bedingung. Ist die erfüllt, könne man mit der Anlage leben.

Silke Weitzmann kommt derweil im Vergleich zu früheren Messungen zu dem Schluss, dass die weitere Erhöhung der Lärmschutzwälle einiges gebracht habe. Sicher werde es für den eigentlichen Betrieb der Arena trotzdem Auflagen zu Nutzungszeiten und ähnlichem geben, sagt sie. Durch ein solches Probeschießen bekomme man ein Gefühl dafür.

Jagdausbildung und Trainings- und Wettkampfstätte für Sportschützen

Für Uwe Meißner, Chef des Baustoffhandel-, Transport- und Tiefbaubetriebs, war der Testlauf ebenfalls wichtig, „um zu prüfen, ob das, was wir uns gedacht haben, auch funktioniert“. Es nutze ja nichts, jahrelang an einer Anlage zu bauen, die dann nicht in Betrieb gehen darf. Für ihn diente das Probeschießen aber noch weiteren Zwecken. Zum einen, in diesem Kreis aus Interessierten – darunter auch der Geraer Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) – die Anlage, die Vision und die Baufortschritte vorzustellen. Unter anderen war auch Frank Hauffe vom Geraer Jagdschulzentrum Mitteldeutschland dabei. Die jagdliche Aus- und Weiterbildung sowie der Trainings- und Wettkampfbetrieb für Sportschützen, diesen Zwecken soll die Anlage dienen.

Zum anderen wurde beim Probeschießen Technik getestet, die hier später zum Einsatz kommen könnte. Um keine Erdkabel verlegen zu müssen, kam für die Wurfscheibenanlage eine kabellose Abrufanlage zum Einsatz. Die Schützen rufen ihr Startkommando in ein Mikrofon und schon fliegt die Tontaube. „Die Mikrofone waren zum Teil noch recht empfindlich“, sagte Jörg Heuschkel, Jäger aus Aga, der dennoch beim Trap nahezu jede Scheibe mit der Schrotflinte erwischte. Bei der Abrufanlage, wie auch an anderen Stellen, etwa bei Zuschauerplätzen oder Waffenablagemöglichkeiten sieht auch Uwe Meißner, selbst übrigens kein Schütze oder Jäger, noch Bedarf an Feinjustierung. Details, denn insgesamt scheint die Schießsportarena in Aga auf einem guten Weg. „Ich denke, das war insgesamt eine gelungene Veranstaltung“, so Meißner.

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