Neuer Bio-Markt

Größter Hofladen in Gera und Umgebung öffnet

Gera.  Der erste inhabergeführte Bio-Supermarkt in Thüringen lädt Kunden in die Vogtlandstraße ein. Alle Waren sind von der Ökostelle zertifiziert.

Karin Schuchardt und Patrick Fischer bestücken die Käsetheke mit über 100 Sorten.

Karin Schuchardt und Patrick Fischer bestücken die Käsetheke mit über 100 Sorten.

Foto: Peter Michaelis

Der Stress der letzten Wochen ist Silke Beyer äußerlich nicht anzusehen. „Ich schlafe immer gut“, sagt die Münchenbernsdorfer Unternehmerin und schmunzelt. Nur das Handy klingelt ununterbrochen und wird es wohl noch eine Weile.

Am Donnerstag, 7. November, öffnet das Bio Werk 8 in der Geraer Vogtlandstraße mit zwei monatiger Verspätung offiziell seine Pforten. „Die Arbeiten an der Zufahrtsstraße dauerten länger. Auch mit dem Telekom-Anschluss gab es Probleme“, erklärt die 51-Jährige den Verzug. Sie und die 38 Mitarbeiter im Alter von 21 bis 62 Jahren sind nun froh, dass es losgeht. Hinter ihnen liegt eine dreitägige Testphase. Eine Kundin war Isa Tober. „Ich versuche, unsere kleine Familie gesund zu ernähren und staune über das große Angebot“, zeigt sie sich beeindruckt.

Etwa 4000 Produkte sind in dem ersten inhabergeführten Bio-Supermarkt in Thüringen zu finden. „Alles zu 100 Prozent Bio, zertifiziert von der Ökokontrolle“, betont Silke Beyer. „Wir führen ein Vollsortiment mit regionalen Produkten von etwa 20 Erzeugern aus der Stadt und Umgebung.“ Dazu gehört Bio-Fleisch in eigener Schlachtung. Aus Schmalkalden stammen die Bio-Roster. An der Rezeptur habe Beyer mitgewirkt. Den Backshop beliefern vier Bäcker, unter anderem aus Schkölen und Triptis. Um Torten und Kuchen kümmert sich Andrea Vokoun. Sie ist Konditorin und verstärkt das Team seit Kurzem.

Viele kleine Betriebe wie aus Weida und Clodra finden sich mit ihren Waren hier wieder. „In Supermärkten hätten sie oft keine Chance“, so die Chefin. Honig, Säfte, Gewürze, Weine, Waschmittel und gesunde Naschereien gehören zum Sortiment. Frisch gepresstes Hanf-, Lein- und Schwarzkümmelöl kommt aus Leipzig. Zwei Kaffeeröstereien sind ebenfalls mit im Bio-Boot. An der kleinen Unverpackt-Strecke können die Kunden selbst ihre Getreide mahlen. Eine Kooperation gibt es mit dem Unverpackt-Laden am Geraer Markt. Dorthin liefert die Küche des Bio Werkes Mittagessen. Seit Mitte August ist sie in Betrieb. An die 700 Portionen gehen inzwischen an verschiedene Schulen raus. Sie alle können zwischen drei Gerichten wählen. Der Zuspruch sei groß. Darüber freut sich Küchenchef René Klaus. Ausgewogen, leicht, gesund und saisonal sei der Anspruch der Küchenmannschaft.

An der Bistro-Insel haben Hungrige ab sofort die gleiche Auswahl neben Snacks. Zehn Vierertische mit passenden Stühlen aus Obsthölzern laden zur Pause ein. Kommen viele Essensgäste, können sie an zwei langen Tischen Platz nehmen.

1200 Quadratmeter zählt die Fläche des Bio Werkes 8450 Quadratmeter hat die Küche. Der Rest teilt sich auf Supermarkt und Bistro auf. In den nächsten Wochen werden über der Bedienerinsel große Porträts der Erzeuger und ihrer Produkte zu sehen sein. „Damit jeder Kunde weiß, woher Eier, Milch, oder Grünkohl kommen. Auch das Gerüst draußen wird demnächst verschwinden. Für nächstes Jahr haben wir die Schauküche in Planung“, ergänzt Silke Beyer.

Über eine Million habe das Projekt, dessen Baustart im Oktober vergangenen Jahres war, gekostet. 100.000 Fördermittel gab es. Der Name Bio Werk 8 erinnert an die einstige Geraer Außenstelle der Teppichfabrik Münchenbernsdorf. In der kleinen Stadt, im Werk 5, wird natürlich weiter gekocht.

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