Kommentar: Schonender als Chemie

Das Absammeln von Raupeneiern wurde in zurückliegenden Jahrhunderten auch schon „von oben“ angewiesen. Heute wird auf Freiwillige gesetzt.

Lokalredakteur Marcel Hilbert 

Lokalredakteur Marcel Hilbert 

Foto: Peter Michaelis

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Eier suchen weit vor Ostern: Der geplante Raupeneier-Absammel-Einsatz mag zunächst kurios klingen. Doch ihn als Aktionismus oder als psychologisches Pflaster gegen das Gefühl von Ohnmacht oder Hilflosigkeit der betroffenen Anwohner abzutun, würde der Sache sicher nicht gerecht werden. Auch wenn er angesichts der Unmengen von Eiern vielleicht nur einen Tropfen auf dem heißen Stein bedeutet.

Es ist das allemal schonendere Verfahren gegenüber Insektiziden. Und es steigert bei entsprechend hohen Teilnehmerzahlen zumindest die Chance, dass die weitere natürliche Auslese – möglicherweise ja auch durch den ersehnten strammen Frost – einen Chemie-Einsatz letztlich doch noch überflüssig werden lässt.

So ungewöhnlich, wie es anmuten mag, ist das Vorhaben unter Federführung der Stadt jedenfalls gar nicht. So hatte der Geraer Heimatforscher Dieter Bauke im Zusammenhang mit dem Massenbefall an Schwammspinnern im Sommer 2019 in einem Bericht für unsere Zeitung dargelegt, dass in zurückliegenden Jahrhunderten bei vergleichbaren Heimsuchungen das Absammeln der Raupengelege als effektive Bekämpfungsmethode sogar „von oben“ angewiesen wurde. Das wäre heute kaum noch vorstellbar. Die heutige Stadtverwaltung baut auf Freiwilligkeit – und auf die Solidarität der Geraer.

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