Ist das Gothaer Gemälde "Alter Mann" ein Rembrandt? - Die Forschung ist gefragt

dpa
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Restaurator Dietrich Richter arbeitete am "Bildnis eines alten Mannes".

Restaurator Dietrich Richter arbeitete am "Bildnis eines alten Mannes".

Foto: Victoria Augener (Archivfoto)

Gotha.  Die fünf gestohlenen und wieder aufgetauchten Gemälde aus Gotha wurden restauriert und sollen bald Teil einer Ausstellung werden. Das Gemälde "Alter Mann" könnte nun sogar ein echter Rembrandt sein.

Eines der nach dem spektakulärsten DDR-Kunstraub nach Gotha zurückgekehrten Gemälde könnte nach Vermutung von Experten möglicherweise ein echter Rembrandt sein. Darauf deuteten Analysen während der Restaurierung des Gemäldes "Alter Mann" hin, hieß es am Donnerstag aus der Stiftung Schloss Friedenstein. Zuvor hatte MDR Thüringen darüber berichtet. Derzeit ordnet die Stiftung Schloss Friedenstein das Gemälde der Werkstatt und damit dem Umfeld von Rembrandt (1606 bis 1669) zu.

Im Katalog zur neuen Ausstellung der fünf Rückkehrer-Gemälde wird die Frage aufgeworfen, ob das bislang von der Rembrandt-Forschung kaum beachtete Bildnis nicht doch von dem niederländischen Meister selbst geschaffen wurde - oder unter seiner Beteiligung in der Werkstatt entstanden ist.

Darauf wiesen u.a. die hohe malerische Qualität und die festgestellten Pentimenti (Veränderungen im Malprozess) hin, sagte Stiftungskurator Timo Trümper. Außerdem gebe es eine weitgehend identische Gemäldefassung in Cambridge (USA), die von Rembrandt signiert und auf 1632 datiert worden sei.

Rembrandts Schüler und Partner werden ausgeschlossen

Für eine Einordnung des Gothaer Gemäldes in das Schaffen von Rembrandt müssten jedoch zukünftige Einschätzungen durch die Forschung abgewartet werden, hieß es weiter. Diese sollen auf einer internationalen Tagung im Vorfeld einer im Jahr 2027 geplanten Rembrandt-Schau in Gotha getroffen werden, wie die Stiftung erklärte.

Das Gemälde war vor dem Diebstahl 1979 zuerst dem Rembrandt-Schüler Ferdinand Bol und später Rembrandts Partner Jan Lievens zugeschrieben worden. "Beide Künstler können nach den uns nun vorliegenden Erkenntnissen aber ausgeschlossen werden", sagte Trümper.

Die fünf bei dem Kunstraub vor 42 Jahren aus Gotha gestohlenen Altmeister waren nach ihrem Auftauchen umfangreich restauriert und untersucht worden. Sie werden in der Sonderausstellung "Wieder zurück in Gotha - die verlorenen Meisterwerke" vom 24. Oktober bis zum 22. August 2022 im Herzoglichen Museum in Gotha gezeigt.

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