Trainer Jörg Schulz hört beim Volleyball-Zweitligisten Blue Volleys Gotha auf

Gotha  Mit dem 57-jährigen Jörg Schulz geht nicht irgendein Trainer von Bord. Jörg Schulz war beim Zweitligisten Blue Volleys Gotha sozusagen eine Institution.

Der Gothaer Trainer Jörg Schulz (Bildmitte) nimmt sich eine Auszeit vom Volleyball.

Der Gothaer Trainer Jörg Schulz (Bildmitte) nimmt sich eine Auszeit vom Volleyball.

Foto: Falk Böttger

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Als der Verein den Rücktritt des Trainers via Facebook verkündete, weilte Jörg Schulz weit weg im Urlaub. „Es gab eine Reihe von Gründen, die zu meiner Entscheidung geführt haben. Dazu möchte ich mich heute aber nicht äußern“, sagte das Urgestein des Volleyball-Zweitligisten Blue Volleys Gotha auf Anfrage unserer Zeitung.

Mit dem 57-Jährigen geht nicht irgendein Trainer von Bord. Jörg Schulz war beim Verein sozusagen eine Institution. Im Sommer 2004, also vor 15 Jahren, hatte er die erste Mannschaft in der Regionalliga übernommen und führte sie zwischenzeitlich sogar in die Bundesliga. „Der Volleyball Club Gotha akzeptiert den Wunsch des Trainers, bedauert natürlich aber seine Entscheidung sehr“, teilte der Verein gestern mit. Für die Öffentlichkeit kommt der Abschied überraschend, zumal die Mannschaft in der zurückliegenden Saison trotz mancher Rückschläge mit einer furiosen Aufholjagd mit fünf Siegen am Stück den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Süd schaffte. Nun nimmt sich Schulz, der als Gymnasiallehrer arbeitet, eine Auszeit vom Volleyball und lässt auch sein Amt als 1. Vizepräsident des VC Gotha ruhen.

Der Bundesliga-Aufstieg glückte ihm in der Saison 2009/10, als Gotha mit 23 Siegen aus 26 Spielen und 46:6 Punkten souverän ins Oberhaus des deutschen Volleyballs stürmte. Gleich im ersten Jahr verpasste seine Mannschaft nur um die Winzigkeit eines Satzes die Play-Off-Runde, obwohl das schmale Budget große Investitionen nicht zuließ. Mit einer taktischen Meisterleistung erlebte Schulz unterdessen am 3. November 2011 mit dem legendären 3:2 gegen Rekordmeister VfB Friedrichshafen so etwas wie eine Sternstunde. Erst die Insolvenz ein Jahr später beendete das Bundesliga-Abenteuer.

Zahlreiche Volleyball-Talente schafften es bis in die Nationalmannschaft

Zwar in der breiten Öffentlichkeit weniger beachtet, aber noch viel wichtiger war das Engagement von Schulz für den Verein generell. Unter seiner Ägide begannen zahlreiche Volleyball-Talente ihre Karriere und schafften es bis in die Nationalmannschaft. „Der Volleyball Club Gotha verliert einen seiner erfahrensten und mit Sicherheit erfolgreichsten Trainer“, teilte der Verein deshalb auch zum Abschied mit.

Nun muss sich der Zweitligist einen neuen Trainer suchen und ist offenbar schon fündig geworden. Allerdings will man den neuen Mann auf der Gothaer Bank erst später präsentieren. Die neue Zweitliga-Saison 2019/20 beginnt am Samstag, 14. September, mit einem Heimspiel in der Ernestiner Sporthalle gegen die Alpenvolleys Haching II. Anfang August startet die Mannschaft dann in die Vorbereitung. Zum ersten Mal seit 15 Jahren ohne Jörg Schulz.

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