Neues Feuerwehrhaus in Lützeroda: Kurz vorm Ziel eines langen Weges

Jena.  Richtfest für das neue Feuerwehrhaus in Lützeroda. Zwei Garagen, Büros und Schulungsraum.

Der Rohbau des neuen Feuerwehrgerätehauses Lützeroda steht. Zimmerer Torsten Meyer sprach den Richtspruch.

Der Rohbau des neuen Feuerwehrgerätehauses Lützeroda steht. Zimmerer Torsten Meyer sprach den Richtspruch.

Foto: Michael Groß

Wenn dieser Rohbau nicht unübersehbar mitten im Ort stünde, die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr von Lützeroda würden es kaum glauben. Nach so vielen Jahren der Wünsche nach einem neuen Feuerwehrgerätehaus, des langen Wartes und politischer Vor-Ort-Termine mit immer wieder neuen Vertröstungen scheint es nun doch endlich zu klappen mit dem neuen Feuerwehrgerätehaus. Jedenfalls konnte gestern Richtfest für den 1,05 Millionen Euro teuren Neubau gefeiert werden.

Im Juni nächsten Jahres soll alles fertig sein, kündigt der auch für die Jenaer Feuerwehren zuständige Dezernent Benjamin Koppe (CDU) an. Dann stehen der Feuerwehr in dem Jenaer Ortsteil zwei Garagen für die Fahrzeuge, die Löschtechnik und ein Sozialgebäude mit zwei Etagen zur Verfügung. Umkleidemöglichkeiten für Frauen und Männer, Duschen, Schulungsraum sowie Büros für den Wehrleiter und den Ortsteilbürgermeister entstehen. Der Neubau weise zudem hohe Energieeffizienz auf, sagt Karl-Hermann Kliewe, Werkleiter von Kommunale Immobilien Jena (KIJ). Denn das Heizen des Gebäudes erfolge über das Prinzip Luft-Wasser-Wärme-Pumpe. So können die 19 Mitglieder der Wehr in Lützeroda ihr neues Löschfahrzeug auch in einer eigenen Garage unterbringen. Das ging bisher nicht, weil kein Platz dafür war, so dass diese Löschtechnik bei den Kameraden in Isserstedt untergebracht werden musste.

Bisher stand nur die Garage aus den 1960er Jahren zur Nutzung bereit. Da passte nur ein Fahrzeug hinein, und umziehen mussten sich die Feuerwehrleute auch noch in dem winzigen Gebäude. Nun werden die Bedingungen für die Wehr sehr gut. So wie das eigentlich bei allen Feuerwehren sein soll, bekräftigte der Dezernent bei dem Richtfest. Und der Fachdienstleiter der Jenaer Feuerwehr, Peter Schörnig, äußerte zudem die Hoffnung, dass dieses neue Haus der Feuerwehr Ausstrahlung haben werde. So könne die Wehr dann bestimmt auch neue Mitstreiter gewinnen, die bisher abgeschreckt waren von den ungünstigen Bedingungen. Vor allem in Richtung Cospeda lägen da, auch wegen der vielen jungen Einwohner, beachtliche Potenziale.

So schwebte gestern der festlich geschmückte Richtbaum in die Höhe, Zimmermann Torsten Meyer von der Firma Holzbau Meyer in Quirla sprach den Richtspruch, und auch, wenn danach das weggeworfene Glas erst im zweiten Versuch zersprang, so minderte das nicht die Freude über diesen Neubau in Lützeroda.

ZUR SACHE:

- In Jena gibt es derzeit 15 freiwillige Feuerwehren mit 320 aktiven Mitgliedern.

- Bisher wurden neue Gerätehäuser in den Ortsteilen Jenaprießnitz (2009), Vierzehnheiligen (2014), Leutra (2015) und nun in Lützeroda gebaut.

- Im Zeitraum von 2022 bis 2024 hat KIJ Neubauten in Zwätzen und 2024/25 in Münchenroda geplant.

- Als dringend wird auch der Bedarf an einer Erweiterung für die Wehr in Lobeda-Altstadt eingeschätzt.