Guten Morgen

Das Stirnhirn stoppt den Wurm

Klaus Wuggazer hilft Opfern der Dauerbeschallung

Klaus Wuggazer

Klaus Wuggazer

Foto: Marco Schmidt

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Dieser Text könnte bleibende Folgen zeitigen. In Ihrem Ohr. Wenn sich dort nicht schon ohnehin Würmer tummeln. Also Ohrwürmer. Denn wer dieser Tage einen Weihnachtsmarkt betritt, eine Adventsfeier besucht oder Geschäfte auf der Suche nach Geschenken durchkämmt, wird unweigerlich Opfer der Dauerbeschallung mit zeitbezogenen Klassikern. Sie klingen teils tagelang in uns nach.

Aktiviert ist der Ohrwurm-Modus schnell. Suchen Sie sich ein Stück aus. Zum Beispiel O Tannenbaum, O du fröhliche, Morgen kommt der Weihnachtsmann oder Last Christmas. Summen Sie jetzt kurz ein paar Takte des Liedes Ihrer Wahl. Und schon rotiert es im Ohr.

Ein Ohrwurm-Forscher aus Hannover, erklärte in einem Interview, das ich kürzlich las, den fatalen Mechanismus: Im Schläfenlappen unseres Denkorgans werden Melodien gespeichert, im Stirnlappen läuft der innere Gesangsmodus ab. Bei Weihnachtshits und anderen eingängigen, oft gehörten Werken, entsteht ein endloses Ping-Pong zwischen beiden und fertig ist der Wurm.

Aber es ist auch Abhilfe möglich: Das Oberstübchen muss entspannen und abgelenkt werden, damit das Stirnhirn die Schleife durchbrechen kann. Der Experte empfiehlt Schachspiel oder Kaugummikauen – mahlende Kiefer stoppen kurzzeitig das Singzentrum und damit den Wurm. Bis zum nächsten Marktbesuch.

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