Flugthrombose will gekonnt sein

Bad Langensalza.  Mit Traumurlaub, Kneipen-Knigge und Fussball-ABC hielten die Academixer ihr Publikum in Bad Langensalza in Atem

Mit einer Auswahl ihrer beliebtesten Sketche traten Carolin Fischer und Ralf Bärwolf im Kultur- und Konferenzzentrum auf. Ihren Nonstop-Nachtflug nach Borneo über sie schon mal im Wohnzimmer.

Mit einer Auswahl ihrer beliebtesten Sketche traten Carolin Fischer und Ralf Bärwolf im Kultur- und Konferenzzentrum auf. Ihren Nonstop-Nachtflug nach Borneo über sie schon mal im Wohnzimmer.

Foto: Dieter Albrecht

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Auf zum Traumurlaub mit Sonne, Meer, Kultur und herrlicher Landschaft im fernen Borneo! Natürlich im Flugzeug – oder doch lieber mit der Regionalbahn nach Borna? Egal, aber wegen dieser Orang-Utans braucht man nun wirklich nicht so eine weite Reise auf sich zu nehmen. Denen kann man schließlich auch im Leipziger Zoo begegnen.

Mit diesen und anderen Sketchen waren Carolin Fischer und Ralf Bärwolf vom Leipziger Traditionskabarett Academixer ins Kultur- und Kongress-Zentrum nach Bad Langensalza gekommen, begleitet von Enrico Wirth, dem unverzichtbaren Partner am Klavier. Erwartungsgemäß unterhielten sie am Samstagabend ihr Publikum auf bekannt professionelle Art und Weise. Eindrücklich bewiesen sie, dass Kabarett nicht zwangsläufig politisch sein muss und sich trotzdem wohltuend von billiger Comedy abheben kann.

Tja, lange Flüge sind riskant, da kann man sich schnell mal eine Flugthrombose einhandeln. Am besten, man trainiert das schon mal zu Hause in der Wohnstube. Er hat Flugangst, und sie fürchtet, bei einem Flug nach Rom könnte es nicht klappen mit der Thrombose. Dann also lieber Hongkong. Dabei gilt es, existenzielle Fragen zu erörtern, etwa die: „Wer von uns beiden sitzt eigentlich am Fenster?“ Ob Szenen in einer Gaststätte, in einem Dorf abseits der versprochenen „blühenden Landschaften“, am Badestrand oder während einer Fußballübertragung im Fernsehen – Fischer und Bärwolf laufen stets zur Hochform auf und entgehen elegant der Versuchung, es bei Plattitüden zu belassen.

Dabei kommt dem temporeichen, zugleich aber auch immer wieder auf spannende Pausen setzenden Sprach- und Gestenspiel des Duos die burlesk-pantomimische Attitüde Bärwolfs zugute. Für Tempo sorgte nicht zuletzt auch Enrico Wirth am Flügel mit seinem virtuosen Tastenspiel. Wie er Beethovens „Wut über den verlorenen Groschen“ verjazzte – das war einfach genial, das reinste Hörvergnügen. Zum Glück wollen die drei nächstes Jahr wiederkommen.

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