Der erste Hürde ist glänzend gemeistert, die Zuversicht weiter gestiegen: Die Rollstuhlbasketballer der Thuringia Bulls sind auf dem besten Weg, um beim Champions Cup zum dritten Mal in der Vereinshistorie nach dem größten europäischen Erfolg zu greifen. Ein Sieg fehlt zu Europas Krone.

Jordi Ruiz drehte schon ab, als sich auch Tomas Klein noch in die Scorerliste eintragen konnte. Der Australier setzte am Freitag den Schlusspunkt einer Bulls-Gala, die im Final-Four-Halbfinale einer Demonstration der Stärke gleichkam. Mit einem 90:36 (44:15) liefen die Bulls vor dem Titelduell am Samstagabend heiß (18.15 Uhr, live bei Youtube). Gegner wird CD Ilunion sein. Der Gastgeber schlug im zweiten Halbfinale Titelverteidiger Albacete nach einem klar verlorenen Auftaktviertel mit 77:72.

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Italiens Meister ohne Chance

Die Elxleber hatten den Champions Cup 2018 und 2019 bereits nach Thüringen geholt. Am Freitag ließ der deutsche Pokalsieger zu keiner Zeit Zweifel aufkommen, dass Briantea 84 Cantù die Bullen auf dem Weg ins Endspiel aufhalten könnte. Der italienische Meister, bei dem Bulls-Coach André Bienek einst aktiv war, fand keine Mittel, um gegen das phasenweise famose Spiel der seit 30 Partien unbesiegten Thuringia Bulls anzukommen.

Thuringia Bulls
Vahid Gholamazad nutzt seine Höhe gekonnt aus. © Franzi Möller

„Mamma mia, . . . “, eröffente ein User seinen Kommentar während der Liveübetragung des Internationalen Rollstuhlbasketball-Verbandes (IWBF). Das erste Viertel hatte bei den Anhängern des italienischen Top-Teams bereits Bangen hinterlassen. Angeführt von Topscorer Joakin Linden (26 Punkte) zementierten die Bulls ihren unbedingten Finalwillen bereits mit einem 27:10 im Auftaktviertel – und ließen auch danach nicht locker.

„Wir haben vierzig Minuten echt gut gespielt, richtig tollen Basketball“, schwärmte Coach Bienek im Nachgang. „Ich konnte alle einsetzen.“

Nur einmal schien er in einer Auszeit nachschärfen zu müssen. Doch das Spiel seiner Mannschaft lief sogleich wieder an und auf Hochtouren. Mit einem herrlichen Dreier krönte Aliaksandr Halouski einen Tag nach seinem 39. Geburtstag einen 13:0-Lauf eingangs des dritten Viertels. Vahid Gholamazad (13) setzte zum zwischenzeitlich 59:15 noch einen drauf, ehe Cantù zu ersten Punkten in diesem Durchgang kam.