Drei Spieltage vor Saisonende spitzt sich der Titelkampf in der Fußball-Landesklassen-Staffel 1 dramatisch zu: Der FC Einheit Bad Berka und der SV Jena-Zwätzen stehen punktgleich an der Spitze – getrennt lediglich durch 18 Tore Differenz. Dieses kleine Polster könnte für die Kurstädter am 14. Juni den Ausschlag geben – oder doch nicht?

Fußball-Landesklasse 1: SV Jena-Zwätzen - SV Schmölln 1913 3:1
Rechnerisch alles drin beim Rechenschieber-Finale. Zwätzens Trainer Frank Lenz bringt seine Mannschaft akribisch nach vorn.© René Röder

Für Zwätzens Trainer Frank Lenz spielt die Ausgangslage dennoch nur eine Nebenrolle. „Wir werden jetzt nicht auf Bad Berka schauen, sondern unsere Aufgaben versuchen zu lösen und dann sehen, was rauskommt“, meint der Coach vor dem Saisonfinale. Die Mannschaft von der Brückenstraße hat sich im Laufe der Saison deutlich entwickelt. „Wir sind zusammengewachsen, haben unsere Spielphilosophie entwickelt und sind gut vorangekommen.“

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Die Stimmung vor den letzten drei Spielen beschreibt Lenz als konzentriert und positiv. „Wir gehen mit einem guten Gewissen in die drei Aufgaben.“ Zwar sei klar, dass vermutlich drei Siege nötig seien, um Meister zu werden, doch mit Rechenspielen wolle man sich nicht beschäftigen. „Wir machen einfach das, was wir machen können. Alles andere liegt nicht in unserer Hand.“

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Besonders das kommende Spiel gegen Weimar sieht der Trainer als große Herausforderung. „Weimar ist aktuell eine absolute Topmannschaft. Das wird ein Kampfspiel.“ Gleichzeitig weiß Lenz, dass auch Tabellenführer Bad Berka noch unangenehme Aufgaben bevorstehen. „Da gibt es in der Liga einfach eklige Spiele“, sagt er mit Blick auf abstiegsbedrohte Teams und schwer einzuschätzende zweite Mannschaften.

„Wir gehen unseren Weg mit Herzblut.“

Personell sieht es bei Jena-Zwätzen gut aus. Bis auf ein paar angeschlagene Spieler seien alle da und bereit, im Saisonfinale „die nötigen Extrameter zu gehen“.

Mögliche Aufstiegsszenarien als Tabellenzweiter interessieren den Trainer wenig. „Für uns zählt nur die Meisterschaft. Wenn es dieses Mal nicht klappt, probieren wir es nächstes Jahr wieder.“

Der Verein setzt dabei bewusst auf Kontinuität und die Entwicklung eigener Spieler. „Wir gehen unseren Weg ohne großes Geld – mit Leidenschaft und Herzblut“, betont Lenz. Der sportliche Fortschritt sei das Ergebnis harter Arbeit.

Fußball-Landesklasse 1: SV Jena-Zwätzen - SV Schmölln 1913 3:1
Der Jenaer Jan-Luca Bernewitz (Mitte) klärt vor dem einrutschenden Schmöllner Gabor Vass. Rechts unterstützt Richard Seidler.© René Röder

„Die Jungs haben voll Bock drauf, sie quälen sich selbst bei minus acht Grad am Dienstagabend im Training, wenn eigentlich Champions League im Fernsehen läuft. Jetzt ernten sie gerade die Früchte.“

Kaderplanung steht bereits

Unabhängig vom Ausgang der Saison blickt der Coach optimistisch nach vorn. Einige ältere Spieler würden kürzertreten, gleichzeitig rücken junge Akteure nach. „Der Kader nächstes Jahr steht dem jetzigen in nichts nach.“

Ob am Ende tatsächlich der große Wurf gelingt, entscheidet sich Mitte Juni. Für Lenz bleibt die Haltung dabei klar: „Wenn es reicht, ist es gut. Und wenn nicht, dann muss man das auch anerkennen.“

Das erste Fernduell: Landesklasse, Sonnabend, 30. Mai, 15 Uhr: SV Jena-Zwätzen - SC 03 Weimar und Einheit Bad Berka - VfB Apolda.