Mit großem Interesse der Anleger ist der Prothesenhersteller Ottobock an der Frankfurter Börse gestartet. Mit einem Notierung von zwischenzeitlich 73 Euro pro Papier und einem Erlös von gut 800 Millionen Euro war es der größte Börsengang seit der Parfümeriekette Douglas 2024. Der erste Kurs lag bei 72 Euro und damit sechs Euro höher als der Ausgabepreis.
Nach Angaben von Ottobock wurden 12,2 Millionen Aktien zu je 66 Euro das Stück ausgegeben, die vorab bereits deutlich überzeichnet waren, wie die Frankfurter Börse mitteilte. Die Anteilscheine werden im sogenannten Prime Standard gehandelt. Damit erfüllen sie die Voraussetzungen, um etwa in die Dax-Indexgruppe aufgenommen zu werden. 19 Prozent des Unternehmens liegen nun im Streubesitz.
Ottobock investiert in Mensch-Maschine-Schnittstellen
Ottobock-Chef Oliver Jakobi sprach auf dem Parkett vom „nächsten Kapitel“ für das 1919 gegründete Familienunternehmen, das von 1920 bis 1945 den Hauptsitz in Königsee (Kreis Saalfeld-Rudolstadt) hatte und dort seit 1990 wieder ansässig ist. Mit dem frischen Geld solle unter anderem im Bereich Mensch-Maschinen-Schnittstellen investiert werden.
Ottobock habe den klaren Anspruch, Maßstäbe in seiner Branche zu setzen, hatte er bereits zuvor gesagt. Ottobock-Eigentümer Hans Georg Näder hob die Bedeutung der Arbeit des Unternehmens für Menschen mit Behinderungen hervor. Mehrere Paralympics-Athleten waren ebenfalls zum Börsenstart gekommen.
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Verkauf der Thüringer Werke wird befürchtet
Der Konzern aus Duderstadt bei Göttingen, bei dem viele Mitarbeiter aus dem thüringischen Eichsfeld tätig sind, ist vor allem für seine Prothesen und technische Unterstützung der Paralympics bekannt. Laut eigenen Angaben ist das Unternehmen Weltmarktführer im Bereich Prothetik.
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Die rund 235 Mitarbeiter am Traditionsstandort Königsee sind aber in Sorge. Die zu Jahresbeginn angekündigte strategische Neuausrichtung könnte mit einem Verkauf der Thüringer Werke einhergehen. Das Unternehmen sucht eine zukunftsfähige Lösung für die Rollstuhlsparte. Erst vor vier Wochen hatte die Gewerkschaft IG Metall Klarheit von der Unternehmensführung gefordert.
Vor sechs Jahren war die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Königsee nach Berlin verlagert worden.
dpa/ts/ht/nb



