Die Deutsche Bahn steht vor einem Führungsbeben: Finanzchefin Karin Dohm soll nach nur drei Monaten im Amt schon wieder gehen. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ wird ihre Abberufung auf der nächsten Aufsichtsratssitzung offiziell beschlossen. Hinter den Kulissen gilt der Rauswurf der umstrittenen Managerin jedoch längst als besiegelt.
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Dohm soll der Zeitung zufolge als Finanzvorständin zahlreiche Menschen gegen sich aufgebracht haben, darunter auch Politiker und Arbeitnehmervertreter. Unter anderem soll sie sich demnach immer wieder mit anderen Führungskräften wegen Kleinigkeiten angelegt haben. Bahnchefin Evelyn Palla habe daher die Reißleine gezogen. Die Bahn äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem Thema.
Die Konzernbetriebsratsvorsitzende Heike Moll äußerte sich laut einer internen Mitteilung, die der Zeitung vorliegt, kritisch zum Vorgehen von Dohm. „Die Vorgehensweise, für die sich Karin Dohm bei der DB Services entschieden hat, zeugt weder von sozialer Kompetenz noch von Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten“, heißt es in der Mitteilung. „Von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit, die normalerweise die Betriebspartnerschaft im DB-Konzern prägt, kann hier schon gar nicht die Rede sein.“
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Obwohl Dohm nur rund drei Monate im Amt war, dürfte sie mit einer ordentlichen Abfindung gehen: Der „Spiegel“ berichtet, dass diese zwei Jahresgehälter umfassen dürfte. Vorstandsmitglieder haben Anspruch auf eine „angemessene Abfindung bei Beendigung der organschaftlichen Bestellung vor dem vertraglich festgelegten Zeitpunkt, wenn kein von ihnen zu vertretender wichtiger Grund vorliegt“, zitiert das Magazin aus dem Vergütungsbericht. Der Staatskonzern selbst äußerte sich auf Anfrage nicht.
Dohm ist erst seit Anfang Dezember Finanzvorständin bei der Bahn. Zuvor war sie Finanzchefin bei der Baumarktkette Hornbach und kurzzeitig beim Autozulieferer Conti tätig. Auch dort habe sie laut Moll intern für erhebliche Unruhe gesorgt und „viel Porzellan zerschlagen“.
pau/dpa






