Friedrich Carl Albert Hofmann wurde am 2. November 1866 als sechstes Kind in eine Kaufmannsfamilie in Kölleda hineingeboren. Der Junge besuchte die Klosterschule im nahegelegenen Donndorf und wechselte 1881 auf das humanistische Gymnasium nach Schulpforta bei Naumburg. Das Abitur bestand er hier allerdings nicht, sodass sich Hofmann dazu entschloss, eine Apothekerlehre zu beginnen. Dadurch war es ihm später möglich, zu studieren.

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1886 ging er nach Göttingen und begann in der dortigen Ratsapotheke seine Berufslaufbahn. Im letzten Ausbildungsjahr hörte er bereits erste Vorlesungen in Pharmazie sowie Chemie und schloss die Lehre schließlich 1889 in Berlin ab. Hier studierte er unmittelbar darauf noch drei Semester Pharmazie, unter anderem beim späteren Nobelpreisträger Albrecht Kossel. 1893 wechselte er nach Rostock, wo er Chemie studierte und sich hier zwei Jahre später zum Dr. phil. promovierte. Nach einer Zwischenstation an der TH Aachen wechselte Hofmann schließlich 1893 an das pharmazeutisch-wissenschaftliche Labor der Farbenwerke Bayer nach Elberfeld und betrieb hier Arzneimittelforschung. Bald schon übernahm er die Leitung des Labors und führte es über Jahre erfolgreich.

Weitaus bekannter wurde der Thüringer allerdings durch eine andere Entdeckung. Mit der aufkommenden Automobilindustrie und der Erfindung des pneumatischen Reifens, wurde Naturkautschuk zu einem äußerst gefragten Rohstoff. Damit einher ging ein Raubbau an den brasilianischen Kautschukpflanzen, sodass nach einer Möglichkeit gesucht wurde, den Rohstoff synthetisch herzustellen. Hofmann gab später unumwunden zu, dass es „blutwenig war“, was „ich vom Kautschuk“ wusste. Doch das Wort „Synthese“ hatte ihn gepackt. Dank großzügiger Forschungsgelder der Farbenwerke Bayer konnte Hofmann zwischen 1907 und 1914 die Grundlage für die Herstellung von synthetischem Kautschuk legen, den er 1909 patentieren ließ. Der Erste Weltkrieg beschleunigte die Forschungen weiter, da das Deutsche Reich durch die britische Seeblockade daran interessiert war, synthetischen Kautschuk selbst herzustellen. Zwar ging nach dem Kriegsende die Nachfrage zurück, doch stieg diese gegen Ende der 1920er Jahre wieder. Für Hofmann folgte 1918 ein Ruf nach Breslau an die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. Unter den Nationalsozialisten wurde seine Erfindung weiter genutzt; 1937 wurde in Schkopau eine Großanlage zur Gewinnung von „Buna“-Kautschuk gebaut.

Hofmann kehrte 1945 nach Thüringen zurück, blieb allerdings nur bis 1952 in seiner Geburtsstadt und zog dann zu seinem Sohn nach Hannover, wo er wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag am 29. Oktober 1956 starb.

In seiner Heimat ist er unvergessen. Hofmann wurde nicht nur Ehrenbürger von Kölleda, sondern eine Straße, in der er als Kind mit den Eltern wohnte, trägt seinen Namen. Und das Gymnasium ist nach ihm benannt.

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