Die allermeisten Menschen in Deutschland können mit dem Begriff „Duden“ etwas anfangen, handelt es sich dabei doch um das bekannteste Wörterbuch der deutschen Sprache. Auch wenn die Buchform heutzutage durch das Online-Nachschlagewerk ein wenig ins Hintertreffen geraten ist, bleibt „der Duden“ mitunter unverzichtbar.

Duden prägt in Schleiz die deutsche Rechtschreibung

Weniger bekannt sein dürfte hingegen, dass der Schöpfer des Werkes vor allem in Ostthüringen seine Studien zu unserer Sprache vorantrieb und hier auch erste Ergebnisse seiner Arbeit veröffentlichte. An sich stammte Konrad Duden nicht aus Mitteldeutschland. Er wurde am 3. Januar 1829 im heute zu Wesel gehörenden Lackhausen als Sohn eines Gutsbesitzers geboren. Nach dem Abschluss der Schule studierte er einige Semester an der der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn Geschichte, Germanistik und klassische Philologie, ohne das Studium abzuschließen. Danach arbeitete er ab 1848 über viele Jahre hinweg als Hauslehrer. 1854 schloss Duden das Studium in Bonn doch noch ab und promovierte sich zudem an der Universität Marburg zum Dr. phil., ehe er kurze Zeit später erneut als Hauslehrer arbeitete. Nach einer weiteren Station als Gymnasialdirektor in Soest, kam er 1869 ins ostthüringische Schleiz, welches damals zum Fürstentum Reuß jüngere Linie gehörte.

Duden modernisiert Unterricht und vereinheitlicht Rechtschreibung

Hier stand die Reorganisation des Gymnasiums „Rutheneum“ an. Duden wurde zum neuen Leiter der Anstalt berufen wurde. Er gestaltete den Unterricht moderner; schaffte etwa Fächer wie „Schönschreiben“ ab und stärkte dafür den Musik-, Kunst- und Turnunterricht. Vor allem aber ging es ihm um die Verbesserung und Vereinheitlichung der deutschen Orthografie. Denn in Schleiz begegnete Duden ein Phänomen, welches er wohl an keiner anderen deutschen Schule jener Zeit angetroffen hätte.

Aus sieben Staaten kamen die Kinder in die Stadt, um am „Rutheneum“ zu lernen, immer mit der Vorbildung ihres jeweiligen Lehrers. Hinzu kamen die unterschiedlichen Dialekte, etwa Sächsisch, Thüringisch und Ostfränkisch, die die Kinder mitbrachten. Wie ein ehemaliger Schüler aus der Schleizer Zeit später berichtete, hatte Duden immer auf dem Katheter ein Büchlein liegen, in welches er „Provinzialismen, charakteristische Redensarten und Wörter, Dialektmerkwürdigkeiten“ und anderes eintrug.

Das Resultat aus seinen Forschungen und Beobachtungen veröffentlichte er erstmal 1871. Große Aufmerksamkeit erlangte das ein Jahr später erschienene Buch „Die deutsche Rechtschreibung“, das ein Regelwerk und Wörterverzeichnis (später als „Schleizer-Duden“ bekannt geworden) enthielt. Noch bis 1876 wirkte der Reformer in Ostthüringen, bis er nach Hersfeld wechselte und dort 1880 sein Hauptwerk „Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache“ veröffentlichte. Der von ihm angestoßene Reformprozess fand 1902 seinen ersten Höhepunkt, als verbindliche orthografische Regeln nach Dudens Vorbild in allen Staaten des Deutschen Reiches, sowie in Österreich-Ungarn und der Schweiz, eingeführt wurden.

Schleiz ehrt Duden mit Museum, Gymnasium und Denkmal

All dies erlebte der Altmeister der deutschen Sprache noch mit, ehe er am 1. August 1911 in Sonnenberg (heute zu Wiesbaden gehörend) starb. In Schleiz hat man den Reformer bis heute nicht vergessen, erinnern nicht nur ein Museum, das Duden-Gymnasium und seit 2018 auch ein Denkmal an.

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