Im Sommer 1866 kam es zum Schlagabtausch zweier Großmächte, in den auch die Thüringer Kleinstaaten hineingezogen wurden. Im Kern der Auseinandersetzung stand die Frage, wer zukünftig im Deutschen Bund die Führung übernehmen sollte, Preußen oder Österreich? Für Preußen unter König Wilhelm I. und seinem „eisernen“ Kanzler Bismarck stand von vornherein fest, dass die Frage einer klein- oder großdeutschen Lösung nur durch Krieg gelöst werden konnte. Trotz zahlreicher Vermittlungsvorschläge begann dieser „Bruderkrieg“ Mitte Juni 1866.

Damals ging durch Thüringen ein Riss. Sachsen-Coburg und Gotha stellte sich bereits wenige Tage nach der Kriegserklärung auf die Seite Preußens. Kaum verwunderlich, denn Ernst II. war nicht nur preußischer General, sondern auch seit 1861 durch eine Militärkonvention mit dem Staat verbunden. Ebenso verhielten sich Sachsen-Altenburg und Schwarzburg-Sondershausen.
Dagegen zogen es Sachsen-Weimar-Eisenach, Schwarzburg-Rudolstadt und Reuß jüngere Linie zunächst vor, neutral zu bleiben und sich erst bei einer Änderung der Lage neu zu entscheiden. Schlussendlich traten auch sie an die Seite Preußens.
Sachsen-Meiningen-Hildburghausen unter Bernhard II. stellte sich derweil an die Seite Österreichs, obwohl der Herzog selbst preußischer General war. Sein Sohn Georg versuchte mehrfach, den Vater umzustimmen; am Ende besetzten preußische Truppen Mitte Juli 1866 das damals zum Staatsgebiet gehörende Camburg und schließlich die Residenz Meiningen. Bernhard II. dankte ab und Georg II. schloss Anfang Oktober als neuer Herzog Frieden mit Preußen. Auch Reuß’ ältere Linie musste Ende September 1866 ebenfalls einen Friedensvertrag mit Bismarck unterzeichnen.
Unterdessen war der Krieg Ende Juni 1866 nach Thüringen gekommen, als sich am 26./27. Juni bei Langensalza die Hannoversche Armee zunächst kurz gegen ein Heer aus Preußen und Sachsen-Coburg und Gothaern behaupten konnte, um schlussendlich dennoch zu kapitulieren. Die eigentliche Entscheidung fiel allerdings einige Tage später fernab im böhmischen Königgrätz, als preußische Truppen am 3. Juli, auch dank des aus Sömmerda stammenden Zündnadelgewehrs, den Sieg über Österreich errangen. Parallel dazu war die preußische Armee in Gefechte mit bayerischen Truppen verwickelt.

Sonntag
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Heute vor 160 Jahren trafen die Kriegsparteien im südthüringischen Dermbach aufeinander. Kurz zuvor hatte es bereits einige Scharmützel bei Neidhartshausen und Wiesenthal gegeben, wobei am Ende kein eindeutiger Sieger festgestellt werden konnte. Beide Seiten hatten etwa 50 Tote und mehrere Hundert Verwundete zu beklagen. Unter dem Eindruck der Niederlage Österreichs bei Königgrätz zog sich die bayerische Armee allerdings aus Thüringen zurück.
Am Ende siegte Preußen und zementierte damit sowohl seinen Herrschaftsanspruch, als auch die kleindeutsche Lösung. Dem neugegründeten Norddeutschen Bund gehörten anschließend auch alle thüringischen Kleinstaaten an.







