„Ping-pong, pong-ping“, tönt es in der Halle in der Altstadt. Nebenan bläst lautstark die Pumpe einer grauen Hüpfburg, im Vorraum hört man das Knallen und Ploppen einer Softair-Pistole. Das ist nicht etwa die Kulisse einer Kirmes, sondern die neueste Ausstellung in der Galerie Waidspeicher.

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„Kunst kann auch Spektakel“, sagt Kurator Philipp Schreiner zur neuen Ausstellung. „Why so serious?“ soll genau das beweisen. Statt Verbotsschildern und langen Texttafeln, gibt es im Waidspeicher Kunst zum Anfassen. Noch wichtiger als das bloße Anfassen jedoch: Mitmachen. „Eine Ausstellung braucht zwingend Besucher und ganz besonders unsere“, sagt Schreiner. „Erst das Mitmachen unserer Besucher vollendet die Kunst und erweckt sie zum Leben.“

Erfurts Waidspeicher nimmt nicht alles so ernst

Dafür gibt es in der Galerie allerhand zu tun: In einer Ecke können Tauben aus Faltbögen kreiert und im ganzen Raum verteilt werden, nebenan kann Groß und Klein die Ausstellung im Hüpfen anschauen und direkt im Eingang ist es ausdrücklich erwünscht, auf einen der Künstler zu schießen. Wer es lieber gewaltfrei mag, kann stattdessen auf der handgefertigten Keramikplatte eine Runde Tischtennis spielen. Im Dachgeschoss können Besucher in Wohnzimmeratmosphäre in einem Videospiel den Künstleralltag spielen.

„Natürlich sind das nicht nur Spielzeuge, sondern immer noch Kunst“, sagt Kurator Schreiner. „Aber der Humor der Arbeiten ist mindestens genauso wichtig wie ihre Kritik am Kunstbetrieb.“

Memes, Kritzeleien und Pistolen in Erfurts Altstadt

Statt reiner „Hochkultur“ sind Memes, Klubkultur und Graffiti Teil einer ernstzunehmenden Auseinandersetzung damit, was Kunst überhaupt sein soll und darf. So ist Benedikt Brauns Schießbude zwar etwas skurril und auch lustig, doch lädt das Zielen und Schießen auf die Künstlerportraits auch dazu ein, sich mit dem eigenen Gewaltpotenzial auseinanderzusetzen. Für die Mühe gibt es am Ende die geschossenen Arbeiten, gestempelt und signiert vom getroffenen Künstler.

Galerie Waidspeicher
Elke Anna Werner, Direktorin der Erfurter Kunstmuseen, lässt es sich nicht nehmen, auch eine Runde Tischtennis in der neuen Ausstellung im Waidspeicher zu spielen.© Funke Medien Thüringen | Marco Schmidt

Josephine Schulzes Tischtennisplatte ist alleine handwerklich schon beeindruckend. Händisch hat sie Dutzende Keramikfliesen gefertigt und gestaltet. Dabei hat sie sich von den typischen „Kritzeleien“ in Klubtoiletten inspirieren lassen. Wer ganz genau hinhört – und wenn die Pumpe der Hüpfburg gerade aus ist – kann die Tonunterschiede auf den einzigartigen Fliesen hören.

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Die Ausstellung „Why so serious?“ feiert am Samstag, 29. August, von 15 bis 21 Uhr ihr „Soft-Opening“ in der Galerie Waidspeicher. Dafür werden auch die Künstler selbst für Origami, Schießübungen und Tischtennis zur Verfügung stehen. Anschließend wird die Ausstellung bis zum 14. März 2027 zu sehen sein.