Ein Ausflug an die mittlere Nordküste des australischen Bundesstaates New South Wales endete für zwei junge Menschen tragisch: Ein Hai griff sie beim Schwimmen an und verletzte beide schwer. Die Frau überlebte die Attacke nicht und verstarb noch am Unfallort, während der Mann mit kritischen Beinverletzungen ins Krankenhaus geflogen wurde. Sein Zustand hat sich inzwischen verbessert und wird als ernst, aber stabil beschrieben.

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Die beiden Opfer, beide wohl offenbar in ihren Zwanzigern, schwammen gemeinsam am Kylies Beach im Crowdy Bay Nationalpark, etwa 300 Kilometer nördlich von Sydney, als der Angriff geschah, wie die Polizei berichtete.

Das Schweizer Konsulat hat mittlerweile bestätigte, dass die beiden Opfer aus der Schweiz stammen. Das Schweizer Generalkonsulat teilte in einer Erklärung mit, dass es mit den örtlichen Behörden in Kontakt stehe und die Angehörigen im Rahmen des konsularischen Schutzes unterstütze. 

Hai-Angriff: Passant rettete Mann wohl mit erstem Verband

„Die Frau verstarb noch am Unfallort“, erklärte Polizeichefinspektor Timothy Bayly, während Rettungskräfte versuchten, ihr Leben zu retten. Der Mann wurde mit schweren Beinverletzungen in kritischem Zustand per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Sein Zustand habe sich mittlerweile verbessert und sei ernst, aber stabil, so Beamte. Laut Joshua Smyth, Superintendent des Rettungsdienstes von New South Wales, habe ein Passant durch die Anlage eines provisorischen Tourniquets – ein medizinischer Verband, der dazu dient, den Blutfluss zu einem Körperteil (meist einer Extremität) zu stoppen oder zu reduzieren –möglicherweise das Leben des Mannes gerettet. Smyth lobte den Retter in der „BBC“: „Der Mut einiger Umstehender ist bewundernswert. Sich so in Gefahr zu begeben, ist sehr heldenhaft und hat uns Zeit verschafft, zu dem männlichen Patienten zu gelangen.“

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Die Behörden haben zwischenzeitlich den Strand sowie umliegende Küstenabschnitte für zumindest 24 Stunden gesperrt. Surf Life Saving NSW überwacht das Gebiet mittels Drohnen, um mögliche weitere Gefahren zu identifizieren. Fünf „intelligente“ Trommelleinen wurden am Strand von Kylies eingesetzt, um die beteiligte Haiart zu ermitteln und die Tiere zu markieren. „Shark Management Alert in Real Time“-Trommelleinen sind eine nicht-tödliche Methode, bei der Haie mithilfe von Köderhaken eingefangen, markiert und freigelassen werden.

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Hai-Angriffe in Australien haben zugenommen

„Dies ist eine schreckliche Tragödie, und unser tiefstes Beileid gilt den Familien der betroffenen Frau und des betroffenen Mannes“, sagte Steve Pearce, Geschäftsführer von Surf Life Saving NSW nach Bericht von „BBC“. Er forderte die Menschen auf, die Strände in der Umgebung vorerst zu meiden und die Anweisungen der Rettungsschwimmer zu befolgen.

Orcas, Haie und Tiere im Meer

Haiangriffe in Australien sorgen immer wieder für Schlagzeilen. In diesem Jahr wurden bereits fünf tödliche Angriffe registriert. Der letzte ereignete sich vor weniger als drei Monaten, als ein Surfer von einem Weißen Hai am Long Reef Beach in Sydney getötet wurde.

Gemäß den verfügbaren Daten sind Haibisse in Australien seit den vergangenen zwei Jahrzehnten häufiger geworden. Prof. Charlie Huveneers von der Flinders University erklärte gegenüber „Guardian Australia“, dass verschiedene Faktoren wie das Bevölkerungswachstum in Küstengebieten, Klimawandel, Lebensraumverlust, die zunehmende Nutzung von Wassersportarten oder auch die Verbreitung von Beutetieren diese Entwicklung beeinflussen könnten. Er betonte jedoch, dass die Zahl der Todesfälle durch Haiangriffe im Verhältnis zur Bevölkerung womöglich niedriger sei als in den 1930er Jahren, was er unter anderem auf schnellere Notfallmaßnahmen und eine erhöhte Verfügbarkeit von Tourniquet-Sets zurückführt.

mit afp