Am Dienstag jährt sich der Tod von Laura Dahlmeier zum ersten Mal. Die ehemalige Biathletin kam im Sommer 2025 bei einem Bergunglück am Laila Peak in Pakistan ums Leben. Dahlmeier, die nicht nur Spitzensportlerin, sondern auch ausgebildete Berg- und Skiführerin war, wurde beim Abseilen in rund 5700 Metern Höhe von einem Steinschlag erfasst. Ihre Seilpartnerin Marina Krauss überlebte das Unglück. Zum Jahrestag rekonstruiert ServusTV in der Dokumentation „Laura Dahlmeier... einen Schritt zu weit“ die Ereignisse. Aussagen von Augenzeugen und Mitgliedern der Rettungsmission liefern dabei neue Einblicke in die dramatischen Stunden am Berg.

Laila Peak: Bergsteigerin warnte Laura Dahlmeier vor dem Aufstieg

Zu den eindrücklichsten Stimmen der Dokumentation gehört die spanische Bergsteigerin María Martín. Sie traf Laura Dahlmeier wenige Tage vor dem Unglück im Basecamp des Laila Peak – dem Ausgangslager, von dem aus Bergsteiger ihre Gipfelversuche starten.

Wie Martín in der Dokumentation berichtet, seien die Bedingungen am Berg schon damals äußerst kritisch gewesen. „Das Wetter war so wechselhaft, wir hatten vielleicht zwei Stunden Sonne pro Tag, sonst nur Regen. Im Basecamp kamen ständig Lawinen runter, Steine und Eis“, sagt sie. Die Lage habe sie so beunruhigt, dass sie Dahlmeier und deren Seilpartnerin Marina Krauss eindringlich vor einem Aufstieg gewarnt habe. In gebrochenem Englisch habe sie versucht, ihre Sorge deutlich zu machen. „Es ist zu gefährlich, unmöglich“, habe sie den beiden gesagt.

Um ihre Warnung zu untermauern, zeigte Martín nach eigenen Angaben sogar Fotos der Lawinenabgänge. Das Gespräch habe am 24. Juli stattgefunden. Besonders bedrückend wirkt ihre Rückschau: Die größten Lawinen seien erst abgegangen, nachdem Dahlmeier und Krauss das Basecamp bereits verlassen hatten.

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Laura Dahlmeier: Retter schildert erschütternde Szenen am Unglücksort

Wie verheerend die Folgen des Steinschlags waren, schildert in der Dokumentation auch der französische Expeditionsleiter Alan Rousseau, der an der späteren Rettungsmission beteiligt war. Als sein Team die Unglücksstelle erreichte, bot sich ihnen ein Bild, das ihn bis heute beschäftigt.

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„Zuerst sahen wir nur das Zelt und dann sahen wir Lauras leblosen Körper“, berichtet Rousseau. Dahlmeier habe noch im Seil gehangen. Der Schnee um sie herum sei „völlig schwarz von all dem Fels, Schlamm und Dreck“ gewesen, der die steile Bergwand hinabgestürzt sei.

Schnell wurde den Einsatzkräften klar, dass eine Bergung unter den herrschenden Bedingungen kaum zu verantworten war. Wie Rousseau erklärt, habe das Team sämtliche Möglichkeiten geprüft. Nach intensiver Beratung sei man jedoch zu dem Schluss gekommen, dass das Risiko für die Retter zu hoch gewesen wäre. „Uns war allen klar: Wer da reingeht, setzt sein eigenes Leben aufs Spiel“, sagt er.

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Laura Dahlmeiers Vermächtnis lebt weiter

Während die Dokumentation die letzten Stunden von Laura Dahlmeier rekonstruiert, richtet sich der Blick zugleich auf das, was von ihr bleibt. Der Deutsche Skiverband hat inzwischen den Laura-Dahlmeier-Preis ins Leben gerufen. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung soll künftig Nachwuchsathletinnen und -athleten ehren, die jene Werte verkörpern, für die die frühere Biathletin stand.

„Laura können wir nicht ersetzen und wir werden sie nie vergessen. Aber wir können dafür sorgen, dass die Werte, für die sie stand, auch in Zukunft junge Sportlerinnen und Sportler inspirieren“, sagte DSV-Vorstandsmitglied Stefan Schwarzbach bei der Vorstellung des Preises.

Auch in ihrer Heimat Garmisch-Partenkirchen erinnert heute vieles an die siebenfache Weltmeisterin. Der frühere Kurpark trägt inzwischen ihren Namen, zudem wurde dort eine Gedenktafel errichtet. Ein Jahr nach ihrem Tod zeigt sich damit, dass Laura Dahlmeiers sportliche Erfolge ebenso in Erinnerung bleiben wie die Haltung, für die sie weit über den Biathlonsport hinaus geschätzt wurde.