Die bisherige Regionalverkehrsvorständin der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, wird neue Konzernchefin. Der Bahn-Aufsichtsrat berief die gebürtige Südtirolerin in seiner Sitzung auf den Spitzenposten, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Gremiums erfuhr. Noch am Montag war von Gegenwind bei der Wahl im Aufsichtsrat zu hören. Die Gewerkschaft EVG wollte sich gegen die neue Bahnspitze stellen. Da eine einfache Mehrheit für ihre Berufung reichte, konnte die Gewerkschaft den Wechsel an der Konzernspitze aber nicht verhindern. Direkt nach der Verkündung der Wahl meldeten die Eisenbahner, dass sie in Kürze eine Pressekonferenz zu der Entscheidung abhalten wollen.
Neue Bahn-Chefin Pala: Das sind ihre größten Baustellen
Palla wird ihre neue Aufgabe dem Vernehmen nach am 1. Oktober beginnen. Die Südtirolerin ist bislang Chefin der Regionalverkehrssparte der Deutschen Bahn, DB Regio. Sie wird nun Nachfolgerin von Richard Lutz, der den Konzern fast acht Jahre lang führte, zuletzt aber keine Trendwende mehr einleiten konnte.
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Palla muss sich bei ihrer Arbeit künftig an der neuen Strategie des Bundes orientieren, die Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) am Montag vorgestellt hat. Der Fokus liegt darin auf mehr Zuverlässigkeit, mehr Sicherheit und mehr Sauberkeit. Mit drei Sofortprogrammen soll zum Beispiel schon im kommenden Jahr der Komfort für Reisende im Fernverkehr verbessert werden.
Mit Blick auf die marode Infrastruktur hält der Bund am Konzept der sogenannten Generalsanierungen fest, mit denen bis 2036 rund 40 besonders wichtige und belastete Strecken von Grund auf modernisiert werden sollen. Schnieder will zudem dafür sorgen, dass die für die Infrastruktur zuständige DB InfraGo eigenständiger und unabhängiger vom Gesamtkonzern agieren kann.
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Der Aufsichtsrat der Bahn war am Dienstagmorgen zusammengekommen, um über die Berufung der designierten neuen Bahn-Chefin Evelyn Palla abzustimmen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft wollte gegen Palla votieren und damit gegen eine andere Personalentscheidung von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder protestieren: den designierten neuen Chef der Infrastruktursparte Infrago, Dirk Rompf.
Kritik an neuem Infrastruktur-Chef: Verkehrsminister Schnieder will kein „Weiter-so“
Minister Schnieder sagte im ARD-Morgenmagazin, er sei „ziemlich überzeugt davon, dass wir heute im Aufsichtsrat eine Bestätigung für Frau Palla erreichen werden. Sie hat viel Rückenwind und die Exzellenz, die in ihrer Person verbunden wird, war ja auch gestern greifbar.“
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Er wies die Kritik an seinen Personalentscheidungen zurück. Er könne nachvollziehen, „dass nicht jeder hinter einem solchen Vorschlag steht“, sagte Schnieder. Ein „Weiter-so“ dürfe es bei der Bahn aber nicht geben. „Und das sind Personalvorschläge, die exzellente Personen hier beinhalten, sowohl bei Frau Palla wie auch bei Herrn Professor Rompf“, betonte der Minister.
Deutsche Bahn: Pünktlichkeitsziele im Fernverkehr werden deutlich gesenkt
Die Pünktlichkeitsziele für die Züge des Fernverkehrs wurden dagegen gesenkt. Nach Vorstellung des Bundes sollen bis Ende 2029 mindestens 70 Prozent der ICE- und IC-Züge pünktlich unterwegs sein. Die Bahn selbst hatte sich dieses Ziel bereits für das kommende Jahr gesetzt – Schnieder hält das für „jenseits aller Realität“. Im ersten Halbjahr war mehr als ein Drittel der Fernzüge der Bahn unpünktlich unterwegs.
Mittelfristig soll die Quote laut Verkehrsministerium bei mindestens 80 Prozent liegen, langfristig bei mindestens 90 Prozent. Im Nahverkehr soll die Pünktlichkeit dauerhaft mehr als 90 Prozent betragen. Ein konkreter Zeitraum für diese Ziele geht aus der Strategie nicht hervor.
jcst mit dpa/afp





