Wer hat sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie Futtermittel für Fische in Form von Pellets hergestellt wird? Dabei ist die Herstellung gar nicht so einfach, denn an Fischfutterpellets werden hohe Anforderungen gestellt.

Viele Fische fressen nämlich bevorzugt langsam absinkendes Futter. Dabei darf das Futter nicht bloß auf der Wasseroberfläche liegen, sondern es soll auch nicht zu schnell auf den Gewässergrund absinken.

Eine ideale Lösung für Futterpellets wäre, wenn diese möglichst lange im Wasser schweben und dabei kaum oder nur ganz langsam absinken. Bei der Entwicklung solcher Pellets mussten Bioniker zunächst folgende Fragen beantworten: Gibt es in anderen Bereichen Lösungen zur Reduzierung der Sinkgeschwindigkeit von Objekten und wie muss ein Körper gestaltet sein, damit dieser möglichst langsam auf den Grund absinkt?

Bei der Lösungssuche orientierten sich Bioniker, wie sie es immer tun, an der lebenden Natur und wurden beim Plankton fündig. Als Plankton bezeichnet man alle Lebewesen, die im Wasser schweben und sich nicht selbst gegen dortige Strömungen fortbewegen können. Die Strömung ist es also, die das Plankton sozusagen „gratis“ transportiert. Dabei kann dieser Transport auch schon mal im Maul eines Wals oder Seesterns enden. Wie wir wissen, dienen diese Winzlinge auch noch vielen anderen Wasserlebewesen als Nahrung. Neben Zooplankton, zu dem mikroskopisch kleine Tiere gehören, gibt es noch das Phytoplankton. Dieses ist pflanzliches Plankton und besteht aus winzigen Algen. Es braucht das Sonnenlicht für die Fotosynthese und treibt daher in den oberen Wasserschichten. Aufgrund der extrem geringen Größe und vorhandener, breit angelegter Körperfortsätze schwebt dieses Plankton im Wasser. Manche Planktonarten lagern in ihren Körpern auch Öltröpfchen oder Miniblasen aus Gas ein, um sich in der Schwebe zu halten.

Die Analyse der äußeren Gestalt der Planktonarten und deren Übertragung auf Futterpellets führte schließlich zur Lösung: zylinderförmige Pellets, deren flache Enden leicht konkav gebogen sind. Dazu passt vortrefflich die Aussage des bedeutenden Biotechnikers Raoul Francé (1874–1943): „Es gibt keine Form der Technik, welche nicht aus den Formen der Natur ableitbar wäre.“ Fischfutterpellets werden industriell aus Mais, Soja- und Fischmehl, Ölen und Proteinen mit Fischpelletiermaschinen und Extrudern hergestellt.

Fische im Aquarium
Fische schnappen nach Futter. Wichtig ist, dass es langsam absinkt.© picture alliance / dpa Themendie | dpa Picture-Alliance / Caroline Seidel
Studie: Weniger Plankton durch wärmere Ozeane
Plankton, aufgenommen vom Satelliten Envisat am 20. August 2009 im Norden Europas.© dpa | ESA

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