Ringen um die Zukunft der Schulsozialarbeit im Saale-Orla-Kreis

Pößneck/Schleiz  Schulen und Eltern fordern die Wiederaufnahme der schulbezogenen Jugendsozialarbeit an mehreren Schulstandorten im Landkreis

Schulsozialarbeit kann etwa bei Konflikten unter Schülern vermitteln, bietet aber auch individuelle ­Beratung und Hilfe für Schüler in ganz unterschied­lichen Problemlagen.

Schulsozialarbeit kann etwa bei Konflikten unter Schülern vermitteln, bietet aber auch individuelle ­Beratung und Hilfe für Schüler in ganz unterschied­lichen Problemlagen.

Foto: Alexander Volkmann

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In dem Jahr, in dem der Weltkindertag in Thüringen offiziell zum Feiertag erklärt wurde, wird im Saale-Orla-Kreis weiter um die Zukunft der Schulsozialarbeit gerungen. So auch in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses in Schleiz am vergangenen Donnerstag.

Ein Antrag zur Einrichtung einer schulbezogenen Jugendsozialarbeit an den Gymnasien in Schleiz und Pößneck, angestoßen von Elternvertretern und eingereicht von Andreas Scheffczyk (UBV), war bereits Ende Februar kurz im Kreistag diskutiert worden und stand nun im Ausschuss zur Debatte. Im Saale-Orla-Kreis waren im vergangenen Jahr an mehreren Schulen Schulsozialarbeiterstellen gestrichen worden, weil die entsprechenden Aufgaben seither ausschließlich über das Landesprogramm Schulbezogene ­Jugendsozialarbeit zu finanzieren sind.

Gegen die Streichungen regte sich vielerorts Widerstand und so lagen dem im Ausschuss diskutierten Antrag gleich mehrere Schreiben bei. Etwa von der Schulkonferenz des Duden-Gymnasiums in Schleiz, welches den Kreistag zur Wiederaufnahme der Jugendsozialarbeit an der Schule auffordert sowie vom Thüringer Bildungsministerium an Elternvertreter der Gymnasien in Pößneck und Schleiz, worin deutlich wird, dass diese Entscheidung beim Landkreis liege. Die Eingabe wurde im Jugendhilfeausschuss erneut intensiv diskutiert, erläutert im Nachhinein Madlen Leucht, Elternvertreterin am Schleizer Gymnasium, die an der öffentlichen Sitzung teilnahm. Demnach hätte sich etwa Ausschussmitglied Ronny Müller zunächst dahingehend geäußert, dass die Entscheidung darüber eigentlich längst gefallen sei. Daraufhin habe Katrin Gersdorf (CDU) eingehakt, man könne mit dem Stand der Dinge nicht zufrieden sein. Mehrere Schulen hätten entsprechenden Bedarf angemeldet, darunter die Gymnasien, das Berufsschulzentrum und auch das regionale Förderzentrum Friedrich Fröbel Schleiz. Landrat Thomas Fügmann (CDU) habe sich hinsichtlich der schulbezogenen Jugendsozialarbeit nicht ablehnend gezeigt, bestätigt auch Ausschussmitglied Wolfgang Kleindienst (UBV), doch aber vor allem auf Einschränkungen der Haushaltslage verwiesen.

Kleindienst habe aufgrund der aus UBV-Sicht bestehenden Dringlichkeit des Themas auf eine Abstimmung im Ausschuss bestanden. Bei sechs anwesenden, stimmberechtigten Mitgliedern wurde der Antrag mit nur einer Ja-Stimme abgelehnt, kommt nun aber erneut auf die Tagesordnung der nächsten Kreistagssitzung im April.

Dennoch habe sich der Ausschuss laut Leucht auf eine Em­pfehlung geeinigt, in der nächsten Legislatur zu einem flächendeckenden Angebot der Schulsozialarbeit zurückzukehren.

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