Schmölln will Container-Kita bauen

Schmölln  Objekt soll Interimslösung sein. Neubau soll bis 2. März 2021 stehen

So könnte eine Container-Kita aussehen. Dieses Modell steht in Mannheim und wurde von der Firma Losberger Modular Systems GmbH gebaut.

So könnte eine Container-Kita aussehen. Dieses Modell steht in Mannheim und wurde von der Firma Losberger Modular Systems GmbH gebaut.

Foto: Losberger Modular Systems GmbH

Die Stadt Schmölln braucht Kita-Plätze, um dem Rechtsanspruch der Eltern auf Betreuung ihres Nachwuchses langfristig nachkommen zu können. Dafür ist zunächst eine dreijährige Interimslösung in Containerbauweise angedacht. 2021 soll der Neubau mit einer Kapazität von 99 Plätzen bezugsfertig sein. Dies teilte der Schmöllner Bürgermeister Sven Schrade (SPD) im Gespräch mit OTZ Schmöllner Nachrichten mit.

Heute Abend wird über Kita gesprochen

Heute Abend wird im Sozialausschuss eine entsprechende Vorlage beraten. „Wir schlagen dem Ausschuss vor, dass wir uns einen eigenen Neubau vorbehalten und Angebote von freien Trägern, die Kinderbetreuung durchführen, einholen.“ Dies solle im Rahmen eines Ideenwettbewerbs geschehen, so Schrade. Ob die Stadt selbst baut oder die Sache einem Träger überlässt, entscheidet letztendlich der Stadtrat, betont der Schmöllner Bürgermeister. Die Lösung mit dem freien Träger hat einen pragmatischen Hintergrund: „Das Bauamt ist zu mit Baumaßnahmen. Und wir brauchen die Kita schnell, innerhalb der nächsten drei Jahre.“

Die Kita soll am 1. März 2021 bezugsfertig sein und Platz für 99 Kinder bieten. Dies sei mit dem Landkreis bereits abgesprochen. „Im Rahmen des Ideenwettbewerbs ist ein Betreiberkonzept, die Grobkostenschätzung für den Bau sowie Nachweise von Realisierung ähnlicher Projekte als Referenz angedacht“, erklärte der Bürgermeister. Das genaue Prozedere werde zunächst im Sozialausschuss beraten, die Entscheidung soll dann der Stadtrat in seiner Sitzung am 6. September treffen.

Noch kann die Stadt dem Rechtsanspruch gerecht werden, doch die Situation ist sehr angespannt. Schrade sieht dringenden Handlungsbedarf: „Wir gehen von 100 Geburten im Jahr aus und haben momentan nur 75 Krippenplätze. Da drückt es richtig. Wir können uns keine Verzögerung leisten.“ Daher wurde auch eilig für Anfang September ein außerplanmäßiger Stadtrat einberufen. Dort soll ein Nachtragshaushalt beschlossen werden, der die Kosten für die Errichtung einer Interimskita abbildet.

Wie kam es zu dieser angespannten Lage? Schrade: „Es ist nicht so, wie uns manchmal vorgeworfen wird, dass wir nicht genügend tun. Wir haben in den vergangenen Jahren stets und ständig Kapazitäten erweitert.“ Zur derzeitigen Situation hätten verschiedene Faktoren geführt: Einmal die gute Geburtenentwicklung. Dann das Wegefallen der etwa 40 Plätze in umliegenden Gemeinden. „Das war immer eine sichere Bank, doch die sind nun selbst mit ihren Kindern voll“, erklärte er. Außerdem habe es einen Zuzug von jungen Familien gegeben, etwa fünf bis acht Kinder in Summe. Geändert habe sich zudem, dass viele Eltern ihre Kinder nun bald nach der Geburt anmelden, nicht erst nach einem Jahr. „Wir hätten auch vor zwei Jahren neu bauen können. Aber da hatten wir gerade die 15er-Geburtenzahlen vorliegen, da ging es gerade wieder nach unten.“

Die Interimslösung würde voraussichtlich zwischen März und August aufgebaut werden. „Die Zeitschiene ist sehr eng. Das wird eine Fertigteillösung werden, die wird auch richtig Geld kosten“, so Sven Schrade. Aber eine andere Lösung sehe er nicht. Die Interimskita soll 46 Plätze für Kinder von null bis drei Jahren schaffen. Inklusive Leitung müssten zudem acht bis neun Personen angestellt werden. Im Nachgang könnten die Container, wenn der Stadtrat sich für einen Kauf anstatt Miete entscheidet, weiterverkauft werden.

Entscheidung für Kinder und Personal

In den vergangenen Wochen und Monaten wurden verschiedene Möglichkeiten geprüft, wie die Stadt den steigenden Geburtenzahlen Herr werden könnte. Unter anderem war ein Gebäude in Lohma als Ausweichquartier im Gespräch. „Dort hätten wir mit Augen zudrücken 21 bis 22 Krippenplätze schaffen können. Das ist zu wenig“, so Schrade. Außerdem hätte man, wie es andere Kommunen bereits machen, mit Ausnahmegenehmigungen hantieren können. Also beim Landratsamt beantragen, dass die vier kommunalen Kitas mehr Plätze anbieten dürfen.

„Aber nein, wir wollen das Personal nicht übermäßig belasten. Wenn wir gerade in die großen Kitas wie Finkenweg, Kastanienhof, Bummi denken. Der Geräuschpegel ist jetzt schon teilweise hoch. Und was macht das mit den Kindern und dem Personal, wenn wir immer weiter aufstocken?“ Da habe man eine Verantwortung.

Der Sozialausschuss beschäftigt sich in seiner Sitzung heute Abend unter anderem mit dem Thema Interimskita und Kita-Neubau. Die Sitzung beginnt um 18.30 Uhr in der Johanniter-Kita „Am Pfefferberg“ Meine Meinung

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