Die junge Pianistin Marina Müllerperth ist bereits das zweite Mal bei „Eisenberg spielt Klavier“ zu Gast

Eisenberg  Sanfte Klavierklänge dringen gestern Morgen ans Ohr, je näher man der Schlosskirche kommt. Am Klavier, direkt vor dem Altarraum, sitzt Marina Müllerperth, 23 Jahre jung, und immer ein ­Lächeln auf den Lippen.Seit sie drei Jahre alt ist, spielt sie Klavier, genauso wie ihre ­ältere Schwester. Seit ihrem sechsten Lebensjahr erhält sie dafür Unterricht von Sontraud Speidel, Professorin an der Hochschule für Musik in Karlsruhe, an der Marina noch ein gutes Jahr bis zum Master-Abschluss studieren will.

Festival „Eisenberg spielt Klavier“: Marina Müllerperth feilt mit Professorin Sontraud Speidel von der Hochschule Karlsruhe in der Schlosskirche Eisenberg an ihrem Klavierspiel.

Festival „Eisenberg spielt Klavier“: Marina Müllerperth feilt mit Professorin Sontraud Speidel von der Hochschule Karlsruhe in der Schlosskirche Eisenberg an ihrem Klavierspiel.

Foto: Susann Grunert

Sanfte Klavierklänge dringen gestern Morgen ans Ohr, je näher man der Schlosskirche kommt. Am Klavier, direkt vor dem Altarraum, sitzt Marina Müllerperth, 23 Jahre jung, und immer ein ­Lächeln auf den Lippen.

Seit sie drei Jahre alt ist, spielt sie Klavier, genauso wie ihre ­ältere Schwester. Seit ihrem sechsten Lebensjahr erhält sie dafür Unterricht von Sontraud Speidel, Professorin an der Hochschule für Musik in Karlsruhe, an der Marina noch ein gutes Jahr bis zum Master-Abschluss studieren will.

Den Bachelor hat sie mit der Note eins und Auszeichnung ­bestanden. „Darüber gab es in der Kommission überhaupt keine Diskussionen“, so die Professorin mit Stolz. Sie leitet einen der zwei Meisterkurse, die in diesem Jahr im Rahmen des Festivals „Eisenberg spielt Klavier“ angeboten werden.

Zu viel verändern möchte sie bei Studenten, die nicht ihre eigenen sind, dabei nicht. „Ich achte die Arbeit meiner Kollegen sehr“, betont Sontraud Speidel. „Man frischt bekannte Werke auf, spricht neue durch und weist auf einzelne Besonder­heiten hin“, beschreibt sie ihre Arbeit hier in Eisenberg.

Insgesamt zehn junge Stu­denten aus Deutschland, der Schweiz, aus China und Korea, Armenien und Bulgarien haben sich für die Meisterkurse in Klavier und erstmals auch in Violine erfolgreich beworben und weilen seit Donnerstag in der Stadt. Marina Müllerperth ist sogar schon das zweite Mal bei „Eisenberg spielt Klavier“ dabei – „Wann hat man schon einmal Gelegenheit, in so einer schönen Kirche zu spielen, mit ganz vielen Engeln, die mir zuhören?“, erzählt sie lachend, während sich ihr Blick an die wunderbar verzierte Decke der Schlosskirche richtet. Eine Stunde Einzelunterricht genießen die Studenten der Meisterkurse pro Tag. „Wir haben aber auch darüber hinaus genug Zeit, um zu üben“, so die junge Pianistin. Dafür würden ausreichend Instrumente zur Verfügung gestellt. „Die Tage sind wirklich bis ins Detail perfekt organisiert“, lobt Sontraud Speidel die Arbeit von ­Alexandra Poppe, die das Festival nahezu im ­Alleingang organisiert hat.

Von einem Spielort zum nächsten, unter anderem wird auch in der Klavierfabrik Wilhelm Steinberg in der Mozartstraße geprobt, sehen die Studenten auch ein bisschen was von Eisenberg. „Die schönen kleinen Gassen und alten Häuser“, schwärmt Marina Müllerperth, die selbst aus dem kleinen Örtchen Schmie im Enzkreis (Baden-Württemberg) stammt.

„Ich hoffe, dass Eisenberg so auch in den westlichen Bundesländern etwas bekannter wird“, sagt die Professorin, bevor sie sich wieder ihrer Studentin zuwendet. Die arbeitet an einem Repertoire-Stück von Maurice Ravel, „Alborada del gracioso“, das „Morgenlied des Narren“. Minutenlang fliegen ihre Finger mühelos über die Tasten, mal piano, dann crescendo, einfach wunderbar. Sontraud Speidel hört genau hin: „Du musst das Cis früher anschauen, damit du es besser triffst“, rät sie. Marina Müllerperth wiederholt die Passage, bis sie perfekt klingt.

Einen eigenen Eindruck vom Talent der jungen Frau, die bereits zahlreiche internationale Preise für ihr Klavierspiel gewinnen konnte, können sich alle ­Besucher des großen Abschlusskonzertes am Sonntag in der Klavierfabrik Steinberg machen. Dann zeigen alle jungen Meister an Klavier und Violine ihr Können, moderiert von Kika-Moderator Juri Tetzlaff.

Anschließend lädt ein großes Musikfest dazu ein, bei Führungen durch die Fabrik die traditionsreiche Geschichte des Eisenberger Klavierbaus kennen zu lernen und bei allerhand Mitmach-Angeboten die vielfältige Welt der Musik und ihrer Instrumente zu entdecken.

Abschlusskonzert und Musikfest am Sonntag, 8. September, ab 10 Uhr, Klavierfabrik Wilhelm Steinberg, Mozartstraße 3, Eintritt für Erwachsene 1 Euro (freiwillig), für Kinder 1 Buntstift

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