Dringende Bedürfnisse in Kahlas Altstadtschule

Kahla  Es gibt dringende Bedürfnisse, bei denen ein längeres Warten fatal enden könnte. Bei den Toiletten in der Altstadtschule von Kahla ist das der Fall. Für sie besteht das dringliche Verlangen nach Sanierung. Der Grund ist besonders unter olfaktorischen Gesichtspunkten zu betrachten. Schlicht gesagt: Es stinkt!

In der Altstadtschule in Kahla lernen zurzeit 120 Grundschüler. Die zwei WC-Anlagen

In der Altstadtschule in Kahla lernen zurzeit 120 Grundschüler. Die zwei WC-Anlagen

Foto: Katja Dörn

Es gibt dringende Bedürfnisse, bei denen ein längeres Warten fatal enden könnte.

Bei den Toiletten in der Altstadtschule von Kahla ist das der Fall. Für sie besteht das dringliche Verlangen nach Sanierung. Der Grund ist besonders unter olfaktorischen Gesichtspunkten zu betrachten. Schlicht gesagt: Es stinkt!

Die Leitungen sind alt, zudem sind die Pissoirs in den Jungstoiletten nicht auf die Größe der kleineren Schüler ausgerichtet. So landet manches dringendes Bedürfnis auch in der Abflussrinne davor, berichtet Schulleiterin Dana Oertel.

Auch das Landratsamt des Saale-Holzland-Kreises als Schulträger erkannte die Sanierungsnotwendigkeit. In der Prioritätenliste für Schulsanierungen, die der Kreistag 2017 verabschiedete, steht die WC-Sanierung in der Kategorie IV mit geschätzten Kosten von 120 000 Euro. Stand der Arbeiten: in Planung. Seit der Haushalt des Kreises im Frühjahr verabschiedet wurde, bleibt es aber ruhig um das Thema. Eine Leserin fragte jetzt, wann die angekündigten Planungen beginnen. „Leider merken weder Eltern noch Kinder etwas von diesen Vorgängen“, schreibt Marina Siegel.

Auf Nachfrage beim Landratsamt bestätigt eine Sprecherin: Ja, die Maßnahme ist im Haushaltsplan 2018 verankert. Allerdings kann „erst ab Oktober mit der Planung und Erstellung der Ausschreibungsunterlagen begonnen werden“, sagt sie.

Hintergrund der zeitlichen Verzögerung: Es fehle schlichtweg an Personal im Landratsamt, um die Einzelmaßnahmen bei den Schulsanierungen zu planen, auszuschreiben und in die Umsetzung zu bringen. So könnten Schülern und Eltern wohl erst in einem Jahr mit einer neuen WC-Anlage rechnen. Die Arbeiten dafür seien realistisch betrachtet nur in den Sommerferien umsetzbar, heißt es weiter. Die Toiletten müssen dringend während des Schulbetrieb erreichbar bleiben – sind es doch die einzigen im gesamten Haus.

„Ich hoffe, dass die Sanierung 2019 kommt, aber glaube es erst, wenn es soweit ist“, reagiert Schulleiterin Dana Oertel auf diese Nachricht. Sie stand schon häufiger mit den Mitarbeitern des Landratsamtes in Kontakt und komme gut mit ihnen zurecht, „ich kenne auch deren Zwänge“, sagt sie im Hinblick auf die knappe personelle Struktur.

Über die baulichen Mängel kann aber viel Verständnis nicht hinwegtrösten. „Die Schule entspricht schwerlich den heutigen Anforderungen der schulischen Herausforderungen“, fasst Oertel zusammen.

Es fällt jeden Besucher auf, was sie damit meint. Der Schulhof ist voll betoniert und bietet für die 120 Schüler zu wenig Raum während der Hofpausen. Die alte hölzerne Eingangstür knarzt, der Speisesaal ist ein enger Raum, in welchem Gespräche laut schallen. Die einzelnen Klassenzimmer sind mit um die 25 Schüler randvoll und die Fußböden teilweise stark abgenutzt. Ausweichräume sind kaum vorhanden, so steht auch das Musikzimmer im nächsten Jahr zur Disposition, sollten zwei 1. Klasse untergebracht werden.

Trotzdem versucht das Kollegium täglich, das Beste für seine Schüler herauszuholen, betont Oertel. „Ich bin gerne hier, die Kinder sind lieb, die Kollegen super und die Eltern verständnisvoll“, sagt sie. Die Zusammenarbeit mit dem Förderverein und den anderen Schulen in Kahla funktioniere wunderbar.

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