Kommentar

Benjamin Schmutzler über das Spiel mit Hand und Gesicht

Ein Holländer, der in Südafrika geboren wurde, seiner großen Liebe wegen nach Berlin zog und dort wiederum das Herz an die Kunst- und Kulturszene verlor. Schon die Lebensgeschichte von Pantomime-Profi Ronald ­Agenant wäre Stoff für einen weiteren Artikel. Ich darf ihn Ron nennen, weil ich locker drauf sei, sagt er. Vielleicht bin ich das beim Fragenstellen, doch spätestens als Akteur auf der Bühne wäre ich aufgeschmissen. Da bedarf es schon allerhand Verständnis für Bewegungsabläufe und einstudierte Choreografien. All dies plus jede Menge Spaß strahlen die Werkstattteilnehmer aus. Sicherlich bedeutet Theater ein Stück weit Improvisation, doch wenn jeder nur improvisiert, wird es auch nichts. Dafür ist ja Ron da, der mal verpeilt, mal ernst, aber in jedem Fall stets fokussiert seine Anweisungen gibt. Wobei, Anweisungen ist nicht ganz richtig, denn die Teilnehmer selbst bringen die Ideen zum Stück mit. Ein Vorteil, dass hier niemand ins frische Theaterwasser geworfen wurde. Jeder hat bereits mehrfach auf Bühnen mitgewirkt, in Greiz und außerhalb. Keinen Grund zur Panik also, wenn die Schlussszene noch nicht steht. Bis zum 17. September ist jede Menge Zeit und geprobt wird täglich, bei Dauerregen oder Hitzewelle. Für diesen Einsatz, verbunden mit der Hingabe, in seiner Freizeit das städtische Kunstleben zu bereichern, gibt es von mir als Laien eine unter Pantomimen eindeutige Geste: Daumen hoch.

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