Riesendahlie aus Holz in Bad Köstritz

Junge Leute aus Köstritz bauen Skulpturen für Plätze am Radweg Thüringer Städtekette. Wer welche Idee dazu liefert, können sie nicht sagen. Sie arbeiten gemeinsam an einem Projekt - das schmeidet sie zusammen und bringt ungeahnte Kräfte hervor.

Jugend schafft Kunst e.V. Untschen baut mit Jugendlichen aus dem Förderzentrum der Diakonie in Bad Köstritz Holzskulpturen, die am Radweg Thüringer Städtekette aufgebaut werden sollen.

Foto: zgt

Bad Köstritz. Die Kettensäge von Marcus Malik frisst sich ins Eichenholz. Eine fast vier Meter große Riesen-Dahlie nimmt Gestalt an. Im Sommer soll sie nahe der Köstritzer Eisteiche erblühen.

Der Steinbrückener Handwerker ist der Partner für die jungen Leute, die seit einigen Wochen an Holzskulpturen für vier Standorte am Radweg Thüringer Städtekette im Raum Bad Köstritz arbeiten.

Die Anregung kam vom Verein Jugend schafft Kunst aus Untschen im Altenburger Land. Jener hat sich zur Aufgabe gemacht, entlang des 224 Kilometer langen Radweges zwischen Altenburg und Eisenach mit Jugendlichen und Künstlern aus der jeweiligen Region unverwechselbare Möbel für die Landschaft zu gestalten und damit in Großstöbnitz begonnen.

Partner für den überdachten Sitzplatz mit Riesendahlie, die der 17-jährige Eddy Chiconela entwarf, für einen Hingucker am Ortseingang von Caaschwitz und den Musikinstrumenten-Platz am Tiergehege ist die achte Klasse des Förderzentrums für emotionale und soziale Entwicklung in Bad Köstritz in Trägerschaft der Diakonie Ostthüringen. "Wir wollen verhaltensauffällige Jugendliche fördern, ihnen handwerkliche Grundbegriffe vermitteln und ihr Selbstwertgefühl stärken", beschreibt Gunter Pampel, Projektleiter für den Verein, die Absichten.

Welche alten Instrumente es gibt, lernten die acht Akteure bei einem Besuch im Köstritzer Heinrich-Schütz-Haus kennen. Berge von Papier mit Skizzen waren das Ergebnis. Dann wurde ausgewählt und Elemente in Knete modelliert. Längst gibt es Modelle, für die Schnitz-Miniaturen entstanden. Welche Idee von wem stammt, ist nicht mehr nachzuvollziehen.

"Mann kann alle Namen nennen. Das hier ist Patchwork", weist der 14-jährige René Kurzbach aus Oelsnitz auf die Modelle. Paul Thiele (15) aus Köstritz und Maik Olbrecht (15) aus Leipzig vereinten ihre Einfälle. Ein Stamm, in den Kerben geschnitten werden, dient als Fahrradständer.

Er gehört zum überdachten Sitzplatz gegenüber des Abzweiges nach Hartmannsdorf, der zuerst fertig gestellt werden soll. Für die überdimensionalen Musik-Instrumente wurden Zink und Flöte ausgewählt, die wie ein Didgeridoo funktionieren sollen. Die Violine wird hohl gearbeitet, um mit einem Holzschlegel Klang zu erzeugen. Ein Clavichord, Heinrich Schütz als Holzfigur, eine Bank mit geschwungenen Notenlinien als Sitzfläche und Rückenlehne und zwei riesige Achtelnoten als Fahrradbar, die den Vorzug hat, dass man im Sattel sitzen bleiben kann, gehören zur Musik-Wiese. Das an Drei-Meter-Stelen hängende Kastanienblatt ist Caaschwitz’ Ortswappen entlehnt.

Der Köstritzer Bürgermeister freute sich über die "ortsbezogenen Ideen" und kündigte bei einem Treffen mit den Jugendlichen Hilfe durch Bauhofmitarbeiter beim Aufstellen an.

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