TPT hat gewöhnlichen Haustarif

Nach wie vor herrscht Rätselraten, wie es zu dem dramatischen Aufwuchs der Personalkosten am Theater Altenburg-Gera kommen konnte.

TPT Altenburg-Gera, Bühnen der Stadt Gera, Theater Gera,

Foto: zgt

Diese und die Überziehung des Honoraretats, nannte der Aufsichtsratsvorsitzende von Theater und Philharmonie Thüringen GmbH, Michael Wolf, als Gründe für das Defizit von 1,85 Millionen Euro bis zum Ende der Spielzeit 2011/12 und die drohende Zahlungsunfähigkeit in der 50. Kalenderwoche.

Doch will die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA), als eine von vier Gewerkschaften, die für die Arbeitnehmerseite Haustarifverträge verhandeln, diese Erklärung nicht gelten lassen. "Definitiv gibt es keine ungeplanten Tarifsteigerungen", findet der Präsident von GDBA und Landesvorsitzender Ost, Hans-Christoph Kliebes, klare Worte. Selbst die stufenweise Ost-West-Anpassung sei über Jahre im Voraus absehbar gewesen. "TPT hat einen ganz gewöhnlichen Haustarifvertrag, ohne versteckte Tricks oder Probleme", so Kliebes. "Wer im Nachhinein so argumentiert, hat ihn offensichtlich nicht richtig gelesen."

Der aktuelle Haustarifvertrag wurde 2009 geschlossen und gilt bis 2012. Einen Grund, diesen zu modifizieren, sieht der Präsident derzeit nicht. "Denn ohnehin sollte man nicht vergessen, dass die Angestellten von TPT schon seit über zehn Jahren per Haustarifvertrag auf einen Teil ihrer Vergütungen verzichten, um Arbeitsplätze zu sichern."

Er kenne kein anderes Theater in Deutschland, dass in einer solchen Misslage wie Altenburg-Gera steckt. Außer in den Staatsopern, wie beispielsweise der Semperoper in Dresden, gelten in allen Theatern im Osten Haustarifverträge. Und natürlich haben deutschlandweit fast alle Häuser damit zu kämpfen, dass tarifliche Steigerungen bei den Personalkosten bei gleichbleibenden Zuschüssen seitens der Träger zu einer Unterfinanzierung der Theater führt. So kämpfen derzeit auch das Thalia Theater in Halle und das Anhaltinische Theater Dessau um ihr Fortbestehen und die Spartensicherung – allerdings nicht unter diesem Zeitdruck wie in Altenburg-Gera.

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