Feuerwehrmann als Brandstifter von Schmiedefeld

Ein 18-Jähriger aus Schmiedefeld soll zwischen Ostern und Pfingsten elf Brände rund um seinen Heimatort gelegt haben. Eine sechsköpfige Sonder-Arbeitsgruppe der Kriminalpolizei Saalfeld kam ihm durch akribische Kleinarbeit auf die Schliche.

Brand zwischen Lippelsdorf und Schmiedefeld. Foto: Uli Körner

Brand zwischen Lippelsdorf und Schmiedefeld. Foto: Uli Körner

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Schmiedefeld. Die schönste Nachricht des Tages bekam Saalfelds Kripochef Gregor Zeh am Pfingstsonntag am Rande der Konfirmation seines Sohnes per SMS. Der Leiter einer Arbeitsgruppe der Kriminalpolizei Saalfeld teilte ihm so mit, dass der mutmaßliche Brandstifter von Schmiedefeld alle elf Brände gestanden hat. Ein 18-jähriger Feuerwehrangehöriger aus dem 1000-Seelen-Ort auf der Saalfelder Höhe hatte die eigenen Kameraden und die Bevölkerung von Schmiedefeld seit Ostern in Atem gehalten.

Ortsbrandmeister Peter Pfeifer hatte schon zur "Halbzeit" eine Vorahnung. "Zu 70 Prozent ist der Feuerteufel in der Feuerwehr zu suchen", sagte er nach Brand Nummer sechs dieser Zeitung. Noch fünf weitere Male mussten die Schmiedefelder, Reichmannsdorfer und zum Teil weitere Wehren ausrücken. Seit Pfingsten ist Ruhe.

Auf die Spur gekommen ist die Polizei dem Brandstifter durch akribische Kleinarbeit. Nachdem klar war, dass eine solche Häufung von Waldbränden in so kurzer Zeit auf so kleinem Terrain kein Zufall sein konnte, ermittelten fünf Beamte der Kripo Saalfeld und der für Schmiedefeld zuständige Kontaktbereichsbeamte der Polizeiinspektion Saalfeld in dem Fall.

Weil es nur wenige verwertbare Spuren von den Brandstellen gab, konzentrierte man sich auf Weg-Zeit-Diagramme, die Überprüfung von Alibis und das Herausarbeiten von Widersprüchen in Zeugenaussagen. So näherte man sich Schritt für Schritt dem Tatverdächtigen, "der die ganze Zeit eine Zeugenrolle gespielt hat", wie Zeh sagte.

Psychologisch geschickt baten die Beamten der Arbeitsgruppe den polizeilich noch nicht in Erscheinung getretenen Auszubildenden ausgerechnet am Pfingstsonntag zur Zeugenvernehmung, in der er schließlich die Taten zugab.

Auf das Beantragen eines Haftbefehls verzichtete man, weil die Delikte nicht schwerwiegend sind und der 18-Jährige in geordneten Verhältnissen lebt. Personen kamen bei den zehn Waldbränden und einem Schuppenbrand in und um Schmiedefeld nicht zu Schaden, der Sachschaden wird auf 10 000 Euro geschätzt.

Sollte es zur Anklage kommen, wird sich der junge Schmiedefelder wegen Sachbeschädigung und Brandstiftung verantworten müssen. Motiv soll eine Mischung aus Langeweile und Faszination für die Arbeit der Feuerwehr gewesen sein.