Badewelt Waikiki in Zeulenroda-Triebes: Neues Betreiberkonzept gefordert

Zeulenroda-Triebes.  Die Mitglieder des Gewerbeverbandes Zeulenroda-Triebes sind der Initiator des offenen Briefes, mittlerweile haben sich 30 Unternehmen, Vereine und Einzelpersonen angeschlossen.

Es gibt einen offenen Brief zur Badewelt Waikiki in Zeulenroda-Triebes.

Es gibt einen offenen Brief zur Badewelt Waikiki in Zeulenroda-Triebes.

Foto: Heidi Henze

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Die Mitglieder des Gewerbeverbandes Zeulenroda-Triebes haben sich in einem offenen Brief an alle Stadträte und den Bürgermeister gewandt. Hier legen sie ihre Sicht auf die finanzielle Situation der Stadt, auf die geplante Schließung der Musikschule, zu den Plänen für die Badewelt Waikiki und vor allem auf die erneute geplante Erhöhung der Hebesteuer dar. Dazu zählt neben der Erhöhung der Grundstückssteuer auch die Anhebung der Gewerbesteuer.

Radikale Kürzungen bei den freiwilligen Leistungen in Zeulenroda-Triebes

Die Stadt Zeulenroda-Triebes ist in einer schwierigen finanziellen Lage, in der Haushaltssicherung. Das heißt, die finanziellen Mittel reichen nicht aus, alle freiwilligen und Pflichtaufgaben zu erfüllen. Es steht sogar die Zwangsverwaltung durch die Kommunalaufsicht ins Haus, wenn nicht ein ausgeglichener Haushalt für 2020 aufgestellt wird. Das derzeitige Konzept der Stadtverwaltung und des Stadtrates sieht die radikale Kürzung der freiwilligen Leistungenund die Erhöhung der Einnahmen durch Steuererhöhungen vor.

Zu den freiwilligen Leistungen zählen unter anderem die Musikschule, die Jugendeinrichtungen oder die finanzielle Unterstützung der Vereine. Diese Zuschüsse sollen laut dem Haushaltssicherungskonzept (HSK) radikal gekürzt werden. Das bedeutet, wichtige positive Standortfaktoren, die unsere Stadt bisher lebenswert machen und uns Wettbewerbsvorteile verschaffen, werden reduziert oder gestrichen. Des Weiteren steht die Erhöhung der Grundsteuer und der Gewerbesteuer ins Haus. Das klingt erst einmal nach einer schnellen und einfachen Lösung.

Die Erhöhung der Grundsteuern betreffen jeden Bürger. Hauseigentümer müssen sie auf die Mieten umlegen und die Mietnebenkosten werden steigen. Ebenso wird die steigende Grundsteuer die Land- und Forstwirtschaft nach den zwei Dürrejahren weiter belasten. Die erneute Anhebung der Gewerbesteuer wird die Unternehmen in einer Phase des Abschwungs der Konjunktur durch Schmälerung der Liquidität zusätzlich belasten. Die Stadt wird für Investoren zunehmend unattraktiv. Das derzeitige Niveau der Gewerbesteuer pro Einwohner ist das Höchste in der Region. Die Stadt Gera, die sich seit langem in einer schwierigen finanziellen Situation befindet, senkt derzeit die Gewerbesteuer, um wieder attraktiver für Unternehmen zu werden.

Der Gewerbeverein ist gegen die Anhebung der Steuer

Die Stadt Zeulenroda-Triebes hat kein Einnahmeproblem, sondern die Ausgaben sind zu hoch. Die größte Belastung des Haushaltes sind die finanziellen Leistungen für das Waikiki. Eine Stadt mit 16.000 Einwohnern kann sich solch ein Bad nicht leisten. Der jährliche Zuschuss von rund 1 Million Euro stranguliert die Stadt finanziell.

Die Badewelt ist ein wichtiger Faktor im aufkeimenden Tourismus. Aber es muss gemeinsam nach Lösungen gesucht werden, die das Waikiki unabhängig von den Zuschüssen der Stadt machen. Die energetische Sanierung bei gleichem Betreiberkonzept kostet nur weiteres Geld. Die Mitglieder des Gewerbevereins plädieren für eine ergebnisoffene Diskussion zum Tropenbad und haben bereits andere Lösungen wie einen Umbau unter Beibehaltung von Sauna und Sportbad, vorgeschlagen.

Die Badewelt Waikiki soll nicht geschlossen werden

Sie bieten der Stadtverwaltung und dem Stadtrat ihre Hilfe mit ihren
Erfahrungen und Kontakten an, um eine Lösung des Problems herbei zu führen. Ziel muss es sein, die finanzielle Belastung der Stadt durch ein neues Betreiberkonzept radikal zu verringern, so ihre Vorstellungen. Mit den so erheblich eingesparten Mitteln wären eine harte Reduzierung der freiwilligen Leistungen überflüssig und das Weiterbestehen der Musikschule und eine ausreichende finanzielle Unterstützung der Vereine darstellbar. Es könnten lange anstehende Probleme, wie die Belebung der Innenstadt, die aktive touristische Vermarktung der Stadt und Region, die Unterstützung der regionalen Wirtschaft und vieles mehr angegangen werden.

Die Mitglieder des Gewerbevereins fordern in ihrem offenen Brief die Stadträte auf, den geplanten Steuererhöhungen und Kürzungen bei Bildungs-, Sport- und Kultureinrichtungen nicht zuzustimmen.

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