Meine Meinung: Leuchtturm Jena strahlt aus

Tino Zippel über die Resultate des Thüringer Innovationspreises und warum es wenig verwundert, dass Jenaer Unternehmen dominieren.

Tino Zippel

Tino Zippel

Foto: Peter Michaelis

Nicht nur die Produkte der Preisträger beim Thüringer Innovationspreis zeigen, welches Potenzial in Thüringen steckt. Viele Projekte, die es knapp nicht auf den Siegerthron geschafft haben, sind preiswürdig. Der Wettbewerb belegt, dass längst nicht nur große Unternehmen mit riesigen Forschungsabteilungen den Sprung aufs Treppchen schaffen. Auch viele kleine Firmen setzen auf Innovationen und sichern sich so ihren Markt.

Dass die Mehrzahl der Preisträger aus der Region Jena kommt, verwundert nicht. Hier zeigt sich die Leuchtturmpolitik des Landes. In Jena sind nicht nur zwei Hochschulen, sondern auch mehrere Spitzenforschungsinstitute angesiedelt. Davon profitiert die Wirtschaft, die auf kurzem Wege nicht nur Kooperationsprojekte starten kann, sondern auch begehrte Fachkräfte erhält – sofern die Betriebe diese Vorzüge für sich zu nutzen wissen.

Aus den wissenschaftlichen Einrichtungen gründen sich auch mutige Forscher aus, gehen den Schritt in die Selbstständigkeit wie die Gewinner von SpaceOptix. Sie haben viele Jahre an einem Verfahren im Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik geforscht. Nun überführen sie die Technologie im eigenen Unternehmen in die Praxis und werden schon bald Kleinsatelliten mit Metallspiegeloptiken bestücken.

Vom Potenzial des Leuchtturms profitiert das Umland bereits. SpaceOptix wird im Weimarer Land produzieren, weil in Jena keine passende, erschwingliche Gewerbefläche zu finden war. Andere Unternehmen haben bereits in den Saale-Holzland-Kreis expandiert.

Doch dies ist keine Einbahn­straße. Keiner verbietet es Unternehmen aus der Region, mit den Instituten zusammenzuarbeiten. In Jena, aber auch am Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung in Rudolstadt oder am Fraunhofer-Institut in Hermsdorf, befindet sich wissenschaftliches Potenzial, das für weitere Innovationen gehoben werden will. Damit genügend Nachschub für die Innovationspreise 2021, 2022 oder gar 2030 bereitsteht.