Jenaer forschen am Nordpolarmeer

Jena  Treibhausgasen auf der Spur

Die Forschungsstation an der sibirischen Eismeerküste in Ambarchik.Foto: F. Reum

Die Forschungsstation an der sibirischen Eismeerküste in Ambarchik.Foto: F. Reum

Foto: Reum

Es gibt nur noch wenige Menschen, die den Klimawandel leugnen und Erderwärmung, immer häufigere Unwetterkatastrophen und abschmelzende Gletscher als normale Klimaschwankungen deuten.

Wissenschaftler beobachten mit Sorge die Klimaveränderungen und ihre Folgen für Natur und Mensch. Zu ihnen gehören auch Friedemann Reum und Mathias Göckede vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie, die dafür bis in die Arktis, genauer zur Forschungsstation Ambarchik an der sibirischen Eismeerküste gereist sind.

„Im Permafrostboden der sibirischen Taiga sind enorme Mengen Kohlenstoff gebunden. Erwärmt sich die Arktis durch den Klimawandel, kann der Kohlenstoff als Kohlendioxid und Methan in großen Mengen freigegeben werden. Uns interessiert, was mit diesen Treibhausgasen in der Atmosphäre passiert“, erklärt Friedemann Reum.

Messungen alle drei Sekunden – ganzjährig

In der abgelegenen Forschungsstation haben die beiden Jenaer Wissenschaftler 14 Tage lang umfangreiche Messungen der Gaskonzentrationen in der Luft vorgenommen – 27 Meter über dem Boden wird alle drei Sekunden die Gaskonzentration gemessen, das ganze Jahr über. Mit den dort gewonnenen Daten und Wettermodellen verfolgen sie den Weg der Luftströmungen und berechnen, wie viel Kohlendioxid und Methan aus den Permafrostböden der sibirischen Arktis in die Atmosphäre entweicht und wie viel Gas vom Boden aufgenommen wurde.

Am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena sind sieben Arbeitsgruppen in internationale Forschungsprojekte zum Thema Kohlenstoffkreislauf, Treibhausgase und Klimamodelle eingebunden.

Eine Video macht das Beispiel der Forschungen in Ambarchik anschaulich: https://tinyurl.com/y7kt9a66

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