„Frauen & Finanzen“ ist ein neues Angebot dieser Zeitung, um tiefere Einblicke in ein wichtiges Thema zu erhalten; Gastgeber sind die TLZ, die Stiftung Sendehalle und der Soroptimist Club Weimar International. Mit dabei zum Auftakt am Montag, 26. Oktober, um 19 Uhr in der Sendehalle Weimar, Humboldtstraße 36a: Marion Walsmann, EU-Abgeordnete aus Erfurt, Vorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bundes Regionalverband Mittelthüringen und Vorsitzende des Thüringer Landesverbandes Weißer Ring. Finanzministerin war sie 2009/10 in Thüringen. Insofern gibt es eine ganze Reihe von guten Gründen, warum Marion Walsmann eine wichtige Gesprächspartnerin bei Gelddingen ist. Vorab beantwortete sie eine persönliche Fragen zum Geld.

Blick auf Sparkassenbücher und Münzen aus Ost und West.
Blick auf Sparkassenbücher und Münzen aus Ost und West.© Marco Kneise

Frau Walsmann, Sie gehören zu der Generation, die in der DDR der 80er Jahre erwachsen wurde. Waren Finanzfragen für Sie damals von Bedeutung?

Ja, auch in der DDR waren Finanzfragen wichtig. Denn es gab ja immer wieder Dinge, für die man sparen musste. Nur waren damals eben die Möglichkeiten nicht so vielfältig wie heute: Ich habe damals klassisch mit einem Sparbuch gespart, wie sicher die meisten anderen DDR-Bürger auch.

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Was haben Sie mit Ihrem ersten Gehalt angeschafft?

Meine erste Anstellung nach dem Studium hatte ich damals bei Robotron in Gispersleben als Wirtschaftsjuristin. Als Gehalt gab es damals 500 Mark. Gekauft habe ich Ersatzteile für meinen Trabi, den ich für den Weg zur Arbeit brauchte. Als junge Frau war ich damals sehr stolz, einen eigenen Trabi zu haben. Allerdings war der fast genauso alt wie ich, daher waren auch die Ersatzteile nötig.

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Zu DDR-Zeiten war er unheimlich gefragt, dann wollte ihn keiner mehr haben: Am 30. April 1991 wurde in Zwickau nach insgesamt 3,7 Millionen Autos die Fabrikation eingestellt.© Zentralbild | Peter Endig

Mit der D-Mark 1990 kam auch die Frage auf: Sparen oder spekulieren, Bausparvertrag oder Aktien? Was für ein Geldtyp sind Sie?

Einen Bausparvertrag hatte ich natürlich abgeschlossen, wie viele andere Menschen auch. Später habe ich auch in Aktien beziehungsweise Aktienfonds investiert - aber ich war da immer sehr vorsichtig. Das würde ich auch jedem anderen raten. Vor allem sollte man sehr breit investieren, um das Risiko möglichst gering zu halten. Natürlich haben mein Mann und ich auch Geld für unsere Kinder zurückgelegt, vor allem für die Fahrerlaubnis und das Studium.

Ein Sparschwein wird mit Geld  gefuellt
Immer schön das Sparschwein füttern: Ein Notgroschen bleibt wichtig. Und etwas Bargeld gehört in jeden Haushalt für Notsituationen.© picture alliance / Winfried Roth | Winfried Rothermel

Sie sind viel unterwegs. Haben Sie immer Bargeld dabei?

Ich liebe Bargeld! Damit fühle ich mich einfach wohler. Natürlich habe ich nie wirklich viel Bargeld dabei, nur den berühmten Notgroschen – oder heute Not-Cent. Gerade in Taxis ist es mir schon häufiger passiert, dass keine Karten akzeptiert wurden. Da war Bargeld die Rettung. Übrigens: Bei meinen vielen Reisen ins Ausland ist das anders, da brauche ich seltener Bargeld als in Deutschland. Wir sind hier eben etwas traditioneller.

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Und wird es weiterhin Bargeld geben?

Ich denke ja, und zwar noch sehr lange. Es gibt ja immerhin Länder, die das in der Verfassung festgeschrieben haben, innerhalb der Europäischen Union zum Beispiel in Ungarn, Slowenien und der Slowakei.

Grundsicherung im Alter
Viele Frauen fürchten Geldnöte im Alter und fühlen sich in Finanzfragen unsicher.© Felix Kästle/dpa | Felix Kästle

Haben Sie einen Tipp von Frau zu Frau, wenn es um Finanzen geht?

Mein Tipp wäre, sich nicht vor Beratung zu scheuen. Denn wer kluge finanzielle Entscheidungen treffen will, sollte das auf einer breiten Wissensbasis tun. In unserer heutigen Zeit des Online- oder Mobile Banking finde ich die persönliche Beratung in der örtlichen Sparkasse oder Bank sogar noch wichtiger als früher. Denn leider fallen ja immer wieder Leute auf Online-Betrugsmaschen rein. Die sind mittlerweile so professionell, dass wahrscheinlich niemand wirklich davor sicher ist: Aber mit einem Ansprechpartner im Kreditinstitut des Vertrauens sinkt zumindest das Risiko. Auch die Verbraucherzentralen sind hier natürlich wichtige Anlaufpunkte – egal ob für Frauen oder Männer natürlich.

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Gastgeber von „Frauen & Finanzen“ sind die TLZ, die Stiftung Sendehalle und der Soroptimist Club Weimar International.

Rosa Traud, Chefvolkswirtin der Helaba, gibt zur Einführung Einblicke ins Thema.

Auf dem Podium, moderiert von TLZ-Chefredakteurin Gerlinde Sommer, sind zudem vertreten:

Nadja Sthamer, Thüringer Gleichstellungsbeauftragte und im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie angesiedelt,

Juliane Manhardt, Fachberaterin für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Thüringen,

Marion Walsmann, EU-Abgeordnete aus Erfurt, Vorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bundes Regionalverband Mittelthüringen und Vorsitzende des Thüringer Landesverbandes Weißer Ring.

Beginn ist am Montag, 26. Oktober, um 19 Uhr in der Sendehalle Weimar, Humboldtstraße 36a.

Für die Veranstaltung sind 90 Minuten eingeplant. Der Eintritt ist frei; es wird um eine Spende für die Stiftung Sendehalle gebeten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bringen Sie gerne Freundinnen und Angehörige mit zu dieser Auftakt-Veranstaltung. ger