Joe Biden nimmt kein Blatt vor den Mund. Der frühere US-Präsident ist am Sonntag bei einer Veranstaltung der Demokratischen Partei in Hanover, im US-Bundesstaat Maryland, verbal auf Donald Trump losgegangen. Nach Ansicht des 83-Jährigen ist Trump das Schlimmste, was den USA hätte passieren können.

Biden wirft Trump dreiste Bereicherung im Amt vor

Bei seiner zehnminütigen Rede blickte Biden laut übereinstimmenden Medienberichten auf die zahlreichen Eskapaden seines Vorgängers und Nachfolgers. Den Abriss des Ostflügels des Weißen Hauses zugunsten eines Ballsaales, die gescheiterte Benennung des Kennedy Centers nach ihm, den Bau eines Triumphbogens zu seinen Ehren sowie auch die Posse um den Lincoln Memorial Reflecting Pool. „Wow, was für ein Loser“, resümierte der 46. US-Präsident.

Doch seien all diese größenwahnsinnigen Projekte nur ein Teilaspekt des Narzissmus und der Inkompetenz, „die diese Regierung im Kern ausmachen“, fuhr Biden fort und kam dann zu seinem Hauptkritikpunkt: „Es ist die Korruption, die Korruption, die dreiste, eklatante Korruption. Korruption in einem Ausmaß, wie sie in der amerikanischen Geschichte unter keiner Regierung je vorgekommen ist.“ Schätzungen zufolge wuchs Trumps Vermögen in seiner knapp anderthalb Jahre andauernden zweiten Amtszeit um rund zwei Milliarden Dollar an.

Trump plant Entschädigungen für Kapitol-Stürmer – Biden wütend

Was bei Biden zusätzlich für Verstimmung sorgt, sind die Planungen von Trump, den Beteiligten des Sturms auf das Kapitol im Januar 2021 Steuergelder zu geben. „Diese Leute verdienen keine Entschädigung. Sie gehören für sehr, sehr lange Zeit ins Gefängnis“, sagte der Demokrat bei der Spendengala im Live! Casino & Hotel Maryland. Das mache ihn „wütend“, gab er weiter zu und bilanzierte: „Er hat unser Ansehen in der Welt mehr geschmälert als jeder andere Präsident in der Geschichte.“

Der Ruheständler war zum Ende seiner eigenen Amtszeit wegen seines Alters massiv in die Kritik geraten. Vor genau zwei Jahren verlor er eine TV-Debatte gegen Trump und ließ seine Präsidentschaftskandidatur von seiner Vizepräsidentin Kamala Harris weiterführen. Harris fuhr ein desaströses Wahlergebnis ein.