Benjamin Immanuel Hoff plant für Theater und Orchester drei Prozent mehr ein

Rudolstadt/Greiz  Das Thüringer Kabinett berät diesen Dienstag über die künftige Theater- und Orchesterfinanzierung. Vorgesehen sind einige Sonderregelungen.

Die Vogtland Philharmonie bei einem Konzert in der Greizer Vogtlandhalle.

Foto: Silke Groß

Zur Finanzierung der Theater und Orchester in Thüringen plant Benjamin Immanuel Hoff (Linke) als der für Kultur zuständige Staatskanzleiminister ab 2020/21 eine jährliche Steigerung um drei Prozent ein. Das geht aus einem Papier Hoffs hervor, über das das Kabinett heute berät. Voraussetzung für die landesseitige Erhöhung der Zuschüsse ist demnach, dass die Kommunen und Landkreise als Theater-Träger ihre Zuschüsse ebenfalls um jeweils drei Prozent steigern. Damit sollen Tariferhöhungen für die Beschäftigten sowie allgemeine Kostensteigerungen aufgefangen werden.

An den gegenwärtigen Strukturen will Hoff offenbar festhalten, da sie sich laut Evaluierungsberichten bewährt hätten. Sie wurden 2016 – ebenso wie die Finanzierung – für den langen Zeitraum bis 2024 vertraglich vereinbart, jedoch zumeist nur für dessen erste Hälfte mit Zahlen untersetzt.

Alle Zahlen Hoffs stehen vorläufig unter Haushaltsvorbehalt

Sonderregelungen sieht Hoff für die Theater in Jena und Rudolstadt sowie für die Vogtland-Philharmonie Greiz/Reichenbach vor. Sie sollen jeweils einmalig eine leicht höhere Zuwendungssteigerung erfahren, damit die Schere zwischen der Dotierung der Mitarbeiter und den jeweils gültigen Flächentarifverträgen nicht weiter aufklafft. In einigen Gewerken der Rudolstädter Bühnen betrage dieser Abstand noch immer bis zu 28 Prozent, heißt es.

Seit Hoffs Strukturänderung versorgt das Theater Rudolstadt außer dem eigenen Publikum und dem in Nordhausen auch die Theatergänger in Eisenach mit Schauspiel-Angeboten; im Gegenzug gastieren die Nordhäuser mit ihrem Musiktheater und Ballett.

Das experimentell aufgestellte Theaterhaus Jena bezahlt seine Angestellten rund ein Viertel unter Tarif, die Vogtland-Philharmonie liegt 20 Prozent darunter. Ebenfalls könnte sich für die Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach – aufgrund der vollzogenen Fusion – ein Mehrbedarf ergeben. Infolge dessen erhöht sich die vorgesehene landesseitige Förderung der Theater und Orchester von rund 76,5 Millionen Euro insgesamt im Jahr 2021 auf 82,7 Millionen Euro im Jahr 2024. Alle Zahlen Hoffs stehen vorläufig unter Haushaltsvorbehalt.

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