In Thüringen wird kein Krankenhaus geschlossen

Während die Bevölkerungszahl abnimmt, plant Thüringen weiter mit vollen Krankenhäusern.

Heike Taubert, Ronneburgerin seit fast 30 Jahren und heute Ministerin für Gesundheit, Soziales, Familie und Jugend, vor ihrer einstigen Arbeitsstätte, dem Ronneburger Krankenhaus. Foto: Katja Schmidtke

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Erfurt. "Die Zahl der Planbetten steigt sogar leicht an", informierte Sozialministerin Heike Taubert (SPD) gestern in Erfurt. Sie stellte den nicht unumstrittenen 6. Thüringer Krankenhausplan, der fünf Jahre Laufzeit haben soll, dem Kabinett vor.

Tauberts zentrale Botschaft: In den nächsten Jahren wird kein Krankenhaus geschlossen. Auch keine Fachabteilung. Die Krankenkassen hatten bei Erarbeitung des Krankenhausplans bereits im Sommer darauf gedrungen, kleine Abteilungen mit kaum noch 15 Betten regional zu zentralisieren (OTZ berichtete). Inzwischen gibt es etwa 30 kleine und kleinste Einheiten, hauptsächlich in der Kinderheilkunde und der Geburtshilfe. Deren Leistungsfähigkeit mit qualifizierten Fachärzten aufrecht zu erhalten, dürfte immer schwieriger werden, warnt Ralf Gommermann vom Ersatzkassenverband Thüringen. Er verweist darauf, dass dem Freistaat bis 2025 der bundesweit höchste Verlust (minus 36,3 Prozent) bei den 22- bis 35-Jährigen vorhergesagt wird.

"Mit Blick auf eine wohnortnahe Versorgung haben wir den Anträgen der Kassen nicht entsprochen", sagte Ministerin Taubert. Damit werden auch die Empfehlungen des Berliner IGES-Instituts nicht umgesetzt. Dessen Gutachten hatte das Ministerium selbst in Auftrag gegeben. Es basierte auf den Zahlen des Jahres 2008, erklärte Taubert. 2009 habe es aber "einen Aufwuchs" bei den Fallzahlen gegeben.

Der Grund: Die Thüringer werden zwar weniger, aber auch immer älter. Und damit gebrechlicher. In der Psychiatrie steigt der Bedarf seit Jahren.

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