Jenaer Ärzte initiieren Sepsis-Studie

Mit einer Qualitätsoffensive will das Thüringer Gesundheitsministerium die Sterblichkeit aufgrund von Blutvergiftung an Krankenhäusern verringern. An der vom Jenaer Center of Sepsis Control and Care (CSCC) initiierten Medusa-Studie beteiligen sich 20 Thüringer Krankenhäuser unter anderem in Saalfeld, Gera, Altenburg, Pößneck, Eisenberg und Jena.

Erfurt/Jena. Ziel sei es, Ärzte und das Pflegepersonal für das Thema Sepsis zu sensibilisieren und eine Früherkennung herbeizuführen.

Sepsis, auch Blutvergiftung genannt, entsteht durch Infektionen, die sich auf lebenswichtige Organe ausweiten. Bundesweit sterben daran jährlich rund 60.000 Patienten, knapp die Hälfte aller insgesamt Betroffenen. Das seien deutlich mehr Tote als zum Beispiel durch Brust- oder Darmkrebs. Gegen diese Sterblichkeitsrate müsse etwas getan werden, sagt Prof. Dr. Konrad Reinhart, der Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Leiter der Studie. Früh erkannt sei Sepsis heilbar, so der Arzt. Genau darin liege die Schwierigkeit für die Ärzte, denn die Krankheit verberge sich in einem Mosaik von Symptomen. Sie werde so der Mediziner, aber nicht nur durch mangelnde Krankenhaus-Hygiene verursacht sondern sei auf einen ohnehin geschwächten Körper zurückzuführen. Ziel soll sein, "alle Patienten in der ersten Stunde nach der Diagnosestellung mit Antibiotika und kreislaufunterstützenden Medikamenten zu behandeln, so Dr. Reinhart.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Taubert (SPD) lobt indes die an der Studie beteiligten Krankenhäuser. Damit würden sie einen "Beitrag zur Stärkung der Krankenhaushygiene leisten", so die Ministerin.