Stadtrat Saalfeld entscheidet über Verwendung des Regionalbudgets

Seilbahn, Turm oder etwas ganz anderes: Der Stadtrat Saalfeld entscheidet am nächsten Mittwoch über die Verwendung des Regionalbudgets. Von den 25 eingreichten Projekt-Vorschlägen sind allerdings nur sechs förderfähig.

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Saalfeld. Der Feenturm hat ­24-fache Konkurrenz bekommen. Die seit fast 20 Jahren mit unterschiedlicher Intensität verfolgte Idee, auf der ersten Gartenkuppe einen Aussichtsturm zu errichten, erhielt mit den ab diesem Jahr zur Verfügung stehenden knapp 300 000 Euro aus dem Regionalbudget des Städtedreiecks Auftrieb - und kurz darauf Gegenwind.

Waren die ersten Vorschläge, das Geld, das den Tourismus fördern soll, anders zu verwenden, eher Wünsche, liegen nun 25 Projekte auf dem Tisch, die bis zum Bewerbungsschluss ­Mitte Juli eingegangen sind. Einreicher sind laut Bernd Leidel, Leiter der kommunalen Immobilien, die Fraktionen des Stadtrates, der Fremdenverkehrs­verein Saalfeld und die Stadt­verwaltung.

Nur sechs der 25 Projekte sind förderfähig

Wenn der Stadtrat am kommenden Mittwoch seine Wahl trifft, kann er auf die Bewertung der Vorschläge durch Mitarbeiter des Bauamts zurückgreifen. Zunächst prüften sie die Förderfähigkeit. Das war das Aus für 19"Ideen.

Darunter fielen beispielsweise ein Jugendhotel, eine Minigolfanlage und ein Kanuslalomwildwasserkanal, die privat zu organisieren und zu betreiben wären. Eine Tschu-Tschu-Bahn, eine Koordinierungsstelle zur Willkommenskultur oder zur Regionalisierung der Energieversorgung haben keine Chance, weil Betriebs- und Personalkosten nicht übernommen werden. Ein Trimm-Dich-Pfad an der Saale, ein Bewegungspark am Hohen Schwarm und jährlich veranstaltete Dreiklang-Tage scheiden aus, weil sie nicht der Zielgruppe Touristen entsprechen, sondern Angebote für Einheimische wären. Für Car-Sharing-Parkplätze mit Elektrotankstellen, die Umgestaltung des Schlossparks und den Ausbau der Caravanstellplätze an den Feengrotten gibt es andere Fördertöpfe.

Acht ausgebaute Buchten für Wohnmobile auf dem Parkplatz am Freibad dagegen schafften es auf die Liste der letzten sechs, auch wenn der Vorschlag der Jungen mit 6,2 Prioritätspunkten nicht vornan ist. Die Bewertung ergibt sich aus je null bis zehn Punkten pro Projekt für die Realisierungsmöglichkeit bis 2016, das Kosten-Nutzen-Verhältnis, die Imageverbesserung und die Akzeptanz - in unterschiedlicher Wichtung. Noch schlechter, mit 4,5 Punkten, wird ein E-Bike-System mit Ausleih- und Ladestationen eingeschätzt, weil zu viele Fragen im Projekt ungeklärt sind. "Wir müssen das Geld bis 2016 abgerechnet haben", mahnt Bernd Leidel für alle Vorhaben. Mit nur 5,9 Prioritätszählern werden die Chancen für den Umbau des Wasserturms in der Langenschader Straße zu einem Kletterturm eingeschätzt, den die Bündnisgrünen anregten. Hier sind Grundstücksfragen und Betreiberkonzept noch offen.

Eine Seilbahn über die Saale zwischen Obernitz und Reschwitz liegt dagegen mit 7,8 Punkten gleichauf an der Spitze mit dem Feenturm. Mit 200"000 Euro kostet sie aber nur die Hälfte der billigsten Variante einer dort vorgeschlagenen Brücke. Der Spaß, sich und sein Fahrrad per Handkurbel über den Fluss zu setzen, wäre unbezahlbar. Auch die Modernisierung des Walderlebnispfades - wie die Seilbahn und das E-Bike-System Vorschläge aus der Verwaltung - platziert sich mit 7,5 nur knapp dahinter auf der Prioritätsskala.