Unterstützung für Veranstaltungsbranche: Land bürgt bei Festival-Absage

Erfurt.  Zukünftig sollen bei coronabedingten Absagen Veranstaltungskosten zu 80 Prozent vom Land übernommen werden.

Vereinschef der Allianz für Veranstaltungswirtschaft ist Thomas Günther (Archivfoto).

Vereinschef der Allianz für Veranstaltungswirtschaft ist Thomas Günther (Archivfoto).

Foto: Michael Keller

Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat der Veranstaltungsbranche Unterstützung zugesichert. In einem Arbeitstreffen der kürzlich gegründeten Allianz der Veranstaltungswirtschaft mit Minister Wolfgang Tiefensee (SPD) in Erfurt wurde eine Ausfallbürgschaft in Aussicht gestellt. Demnach sollen zukünftig bei coronabedingten Absagen Veranstaltungskosten zu 80 Prozent vom Land übernommen werden. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Veranstaltern würde damit das Stornierungsrisiko genommen

Damit können Veranstalter aus dem Freistaat bei einem Mindestvolumen von 25.000 Euro anteilige Kosten erstattet bekommen. Voraussetzung ist, dass Messen, Festivals, Konferenzen oder Tagungen aufgrund von Allgemeinverfügungen storniert werden müssen. „Das gibt uns Planungssicherheit zurück“, so Vereinschef Thomas Günther. Veranstaltern würde damit das Stornierungsrisiko genommen. „Außerdem könnten mit diesen Ausfallgeld künftig auch viele Lieferanten und Dienstleister entschädigt werden, die in der Vergangenheit ihre ausgefallenen Leistungen trotz Aufwand nicht fakturieren konnten.“

Tiefensee kündigte zudem für die „Überbrückungshilfe 2“ Thüringer Sonderkonditionen an, die über das Bundesprogramm hinausgehen. Solo-Selbstständige sollen 1180 Euro pro Monat beantragen können. Es soll geprüft werden, ob sie künftig auch einen Zugang zum KfW-Kreditprogramm erhalten. „Insgesamt“, so Günther, „sind wir mit der politischen Unterstützung in Thüringen sehr zufrieden.“

Verein bündelt die Interessen vieler verschiedener Sparten

Der Verein Allianz für Veranstaltungswirtschaft setzt sich für die gesamte Branche ein, er bündelt die Interessen vieler verschiedener Sparten – Künstler, Agenturen, Dekorateure, Schausteller, Veranstaltungshäuser und -techniker oder Bühnenbauer. Viele von ihnen haben seit Monaten keine oder deutlich weniger Aufträge. Existenzen sind dadurch akut bedroht; oft blieb laut der Allianz für die Betroffenen nur der Weg in die Grundsicherung und somit der Verlust ihrer gesamten Ersparnisse und Altersrücklagen.

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