Ab Montag kommen die Märchen in Geras Innenstadt

Gera.  Wie in Gera auch ohne den traditionellen Märchenmarkt Weihnachtsstimmung aufkommen soll:

Der Märchenmarkt fällt zwar aus, aber auf ihre Märchenfiguren müssen die Geraer auch in diesem Jahr nicht verzichten. Kulturamtsmitarbeiter Andreas Birkhof und seine Kollegen werden die derzeit noch im Kuk eingelagerten Märchenfiguren wieder in der Innenstadt aufstellen.

Der Märchenmarkt fällt zwar aus, aber auf ihre Märchenfiguren müssen die Geraer auch in diesem Jahr nicht verzichten. Kulturamtsmitarbeiter Andreas Birkhof und seine Kollegen werden die derzeit noch im Kuk eingelagerten Märchenfiguren wieder in der Innenstadt aufstellen.

Foto: Peter Michaelis

Er sträubt sich gegen den Begriff Absage, auch wenn es faktisch eine ist. Man mache es anders in diesem Jahr, betont Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) mit Blick auf die Vorweihnachtszeit, in der eigentlich der Märchenmarkt für eine volle Innenstadt sorgt. Die kann und darf es aber 2020 in der noch nicht überstandenen Corona-Krise nicht geben, und deshalb stellte der OB gemeinsam mit Kulturamtsleiterin Claudia Tittel am Freitag die Alternative für den traditionellen Märchenmarkt vor.

Zunächst werden bereits ab Montag die 38 Märchenfiguren aufgebaut, denen der Märchenmarkt seinen Namen verdankt. Nach und nach verwandeln sie den Bereich vom Marktplatz über die Johannis- und Schlossstraße bis in die Bachgasse und zum Stadtmuseum hinunter in eine „Märchenwelt“. Pünktlich zum 1. Advent sollen alle Märchenfiguren aufgebaut sein.

Ab dem 1. Dezember soll zudem der Wochenmarkt auf dem Geraer Marktplatz an den üblichen vier Markttagen Dienstag, Donnerstag, Freitag und Sonnabend zu den üblichen Öffnungszeiten um weihnachtliche Händlerbuden erweitert werden. Und zwar länger als sonst, nämlich bis zum 28. Dezember.

Eingebunden waren und sind auch die Händler und Gastronomen der Innenstadt, die sich je nach dem, was dann im Dezember gestattet sei, mit Ständen vor ihren Lokalen beteiligen könnten, erklären Vonarb und Tittel. Ess- und Trinkbuden von außerhalb seien aber explizit nicht angefragt worden. Fahrgeschäfte oder ähnliches gebe es Stand jetzt keine, das könne sich unter Umständen noch ändern.

Auch ein Programm sei nicht geplant, eine Bühne werde es nicht geben. Der Weihnachtsmann werde unangekündigt und ohne feste Uhrzeiten seine Runden drehen, um auch hier keine großen Menschenansammlungen entstehen zu lassen. Diese zu verhindern werde neben großen Hinweisschildern Sicherheitspersonal im Auftrag der Stadt unterwegs sein, das auch ein Auge auf die Märchenfiguren werfen soll.

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Man wolle den Familien in der Stadt etwas anbieten, ohne aber einen Touristenmagneten zu schaffen, und das alles unter der bekannt angespannten Finanzsituation der Stadt, erklärt Vonarb das Spannungsfeld. Er sei froh, dass dank intensiver Abstimmungen mit dem Krisenstab, den Ämtern, mit den OBs der anderen kreisfreien Städte in Thüringen und den involvierten Geraer Gewerbetreibenden eine Lösung für eine weihnachtliche Innenstadt gefunden wurde.

„Dass der klassische Märchenmarkt nicht stattfinden kann, schmerzt mich sehr“, so Vonarb. Aber die Gesundheit aller Beteiligten habe Priorität. Und er kommt nicht umhin zu betonen, dass alle Überlegungen unter dem Vorbehalt der weiteren Entwicklungen in der Coronakrise und damit verbundenen Regelungen im Freistaat stehen. Auch deshalb appelliert Claudia Tittel an die Vernunft aller Besucher. Sie glaube fest daran, dass die diesjährige Variante eine Ausnahme bleibt und freue sich schon auf den Märchenmarkt 2021.

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