Nach Aus um Bewerbung zur Kulturhauptstadt: Abschied im Geraer Büro

Gera.  Die Traurigkeit ließ sich nicht wegwischen. Nach dem Aus in der Bewerbungs zur Kulturhauptstadt bleibt die Gewissheit, dass Geraer zu begeistern sind.

Zum Abschluss der Vorbereitungsphase zur Bewerbung Kulturhauptstadt Gera2025, gab es am 28. September 2019 auf dem Geraer Marktplatz ein Trabihupkonzert mit 38 Trabis und ihren Fahrern unterstützt von einigen Berufsmusikern. Dietmar Staps im braunen Trabi mit grauem Dach trommelte sie zusammen.

Zum Abschluss der Vorbereitungsphase zur Bewerbung Kulturhauptstadt Gera2025, gab es am 28. September 2019 auf dem Geraer Marktplatz ein Trabihupkonzert mit 38 Trabis und ihren Fahrern unterstützt von einigen Berufsmusikern. Dietmar Staps im braunen Trabi mit grauem Dach trommelte sie zusammen.

Foto: Peter Michaelis

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„Wir haben gezeigt, dass wir in dieser Stadt kurzfristig Leute von einer Idee infizieren und sie bewegen können. Das ist wiederholbar“, sagt Dietmar Staps. Der Geraer war Mitorganisator des Trabi-Hupkonzerts am 28. September auf dem Markt und verabschiedete sich am Dienstag wie einige andere auch vom Kulturhauptstadt-Team in der Rudolf-Diener-Straße.

In kurzer Zeit in Gera viel auf die Beine gestellt

Er weiß wovon er spricht. Denn am Montag vorm Konzert gab es erst acht Zusagen. Und die Ansage, dass eine La Cucaracha-Hupe benötigt wird. Er bestellte sie und baute sie am Mittwoch in seinen braunen Trabi ein. Am Sonnabend hupten die Fahrer von 38 Trabis den Marktplatz zusammen. „Ich hatte den Eindruck, dass hier von der ersten bis zur letzten Minute mit heißer Nadel gestrickt wurde. Mich beeindruckt, was trotz der kurzen Zeit auf die Beine gestellt wurde“, sagt der Dürrenebersdorfer.

Am 1. Februar 2019 war das das Kulturhauptstadtbüro eröffnet worden. Am Mittwoch um 15 Uhr erfolgte die Schlüsselübergabe an das Kulturamt. Hier sahen die Versammelten auch diejenigen, die die Arbeit fortführen. „Jetzt haben wir eine ehrgeizige Kulturamtsleiterin als Ergebnis des Bewerbungsprozesses“, sagte beispielsweise CDU-Stadtrat Albert Zetzsche. Das seien viel bessere Voraussetzungen als noch vor einem Jahr. Die Unterstützung des Landes gebe es finanziell auch 2020 und der Kulturvernetzungsplan sei in Arbeit. Der scheidende Kulturhauptstadtmanager Peter Baumgardt sieht in dem was vorliegt noch keinen Entwicklungsplan. „Es ist nur eine lückenhafte Beschreibung von dem was ist“, meinte Zetzsche.

Sven Schrade: „Gera ist wichtig für die Region“

Als „zartes Pflänzchen für die Region“ bezeichnete Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade (SPD) das Regionet, das Gera mit dem Umland zusammenwachsen lässt. „Gera wirkte lange wie ein trauriger Riese. für uns ist klar, die Stadt ist wichtig für die Region“, erklärte er, der die Bewerbung im Dezember der Jury mit vorgetragen hatte.

Auch Gitta Heil, Kuratorin der Höhler Biennale, war in Berlin dabei und regte an, die dort für die Präsentation verwendeten großformatigen Fotos in einer Ausstellung zu präsentieren.

Fehlen wird die offene Tür in der Rudolf-Diener-Straße 4, das Abladen von Ideen, die Mut machenden Gespräche und der für Besucher vorbereitete Kaffee, der auf der Wärmeplatte wartet. Ob es einen Ersatz dafür gibt, blieb offen.

Kulturhauptstadtmanager Peter Baumgardt kehrt nach Augsburg zurück und überlegt inzwischen laut, ob er nicht in Gera heimisch wird. Projektmanager Thomas Kiemle ist in Hannover zu Hause und hofft darauf, ein Kunstprojekt für die Kulturhauptstadt-Bewerberin Nürnberg realisieren zu können, mit dem er sich vor langer Zeit beworben habe. Das soll sich am 4. Februar entscheiden. Fest steht indes, dass er am 14. Februar nach Slowenien reist um dort das Coaching für die Präsentation vor der Jury zu übernehmen, die auch den Geraern in Berlin gegenüber saß. David Hoffmann antwortete auf die Frage zu seiner Zukunft: „In der Geraer Stadtverwaltung sind Stellen frei“.

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