An der Schule auf Lehrlingssuche

Bad Köstritz  In Bad Köstritz kommen künftige Azubis und Betriebe zusammen

Im Gespräch: Kathleen Schieboldt vom Bildungswerk Gesundheit und Soziales Kaimberg mit Sophie Conradi und Vanessa König.

Foto: Reinhard Schulze

Alle Jahre wieder: Schulabgänger wissen nicht so recht, welchen Beruf sie erlernen wollen, Ausbildungseinrichtungen finden nicht ausreichend Azubis. Mit der kürzlich an der Regelschule „Hans Settegast“ in Bad Köstritz veranstalteten „Azubibörse“, so die Idee des Schulleiters Maik Poser, wollte man den künftigen Berufsnachwuchs mit Unternehmen zusammenführen.

Angesprochen waren die künftigen Zehntklässler. Schon im Vorfeld wurden sie auf den Tag der Azubibörse eingestimmt. So gab es Gesprächsrunden, wie man sich bewirbt oder was man in einem Bewerbergespräch sagt oder lieber weg lässt.

Eine Hilfe war dabei, das Gespräch mit Antje Fuhrmann von der Barmer, die sich besonders im Bereich Berufsorientierung engagiert. „Ausgangpunkt für die Form der Azubibörse war ein Abfragen, für welche Berufe sich die Schüler überhaupt interessieren. Danach habe ich gemeinsam mit unserer Schulsekretärin direkt Unternehmen angesprochen, wo es solche Berufe gibt und nachgefragt, ob sie für 2020 Auszubildende suchen“, so Maik Poser.

Es galt nun, dieses beiderseitige Anliegen in eine Form zu bringen. Gekommen waren zur Börse verschiedenste Einrichtungen und Betriebe.

Auf einer Tafel am Eingang waren die Schüler mit ihren Berufswünschen erfasst, so das auch die Unternehmensvertreter direkt auf die Interessenten zugehen konnten.

Berufseinstiegsbegleiter Thomas Rüger hatte für jeden Neuntklässler Visitenkarten angefertigt, die sie den Unternehmen überreichen konnten. Die Idee dahinter, sollte es dann zu einem Bewerbergespräch kommen, worauf man sich bei den Unternehmen freuen würde, könnte das Gespräch mit den Worten beginnen: „Erinnern sie sich noch an mich?“

Zur Vorbereitung gehörte auch ein Besuch bei der Silbitz Group. Ronny Keppler, verantwortlich für die Lehrausbildung, zeigte den Interessenten den Betrieb und brachte sie mit Auszubildenden in Kontakt, die aus ihrer eigenen Erfahrung erzählten. „Für unsere Nachwuchsgewinnung hat sich diese Form bewährt. Es ist authentischer, wenn Auszubildende selbst zu Wort kommen, als wenn wir es als Erwachsene ihnen erklären wollen“, sagt Ronny Keppler.

Mit Blick auf das bald beginnende Ausbildungsjahr 2019/20 zeigen sich bei Ronny Keppler eher Sorgenfalten. Von den gesuchten 30 Auszubildenden in verschiedenen Berufen, sind zehn Stellen bisher besetzt, sagt der Ausbildungsleiter.

Industriemeister Robert Müller und Industriekauffrau Julia Bittner, die am Stand des Chemiewerkes Bad Köstritz nach künftigen Auszubildenden Ausschau hielten, konnten für das Ausbildungsjahr 2019/20 erst einmal eine positive Bilanz ziehen. So konnten alle fünf Ausbildungsplätze zum Chemiekanten besetzt werden.

„Es ist nicht immer so, deshalb finden wir diese Form der Ausbildungsbörse sehr gut. Sie sollte deshalb unbedingt fortgeführt werden“, so Müller.

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