Bad Köstritzer Regelschule übernimmt Grabpflege

Bad Köstritz.  Der Heimat- und Ortsverein übergibt die Pflege der Gräber von Köstritzer Persönlichkeiten an Regelschule Hans Settegast.

Tabea Pracht (v.l.) und Enzo Sperhake der 7a nahmen mit ihrer Lehrerin Kirsten Weise symbolisch die Pflege des Denkmals vom Vorstand des Heimat- und Ortsvereins entgegen: Sven Schmitt (v.r.) und Gertraute Schößler mit Bürgermeister Dietrich Heiland und Bert Oehlgart.

Tabea Pracht (v.l.) und Enzo Sperhake der 7a nahmen mit ihrer Lehrerin Kirsten Weise symbolisch die Pflege des Denkmals vom Vorstand des Heimat- und Ortsvereins entgegen: Sven Schmitt (v.r.) und Gertraute Schößler mit Bürgermeister Dietrich Heiland und Bert Oehlgart.

Foto: Luise Giggel

„Das Gefühl zu haben, dass es auch weitergeht, wenn wir nicht mehr können, ist das Schönste“, beschreibt Gertraute Schößler vom Heimat- und Ortsverein Bad Köstritz. Der Vorstand des Vereins ist sichtlich erleichtert, als am Freitag die Pflege der Gräber Settegast und Wallbaum sowie die des Mahnmals für die Opfer des Todesmarsches symbolisch an die Köstritzer Regelschule Hans Settegast übergeben wurde.

Hintergrund ist die langjährige Kooperation mit der Schule, die schon vor zwei Jahren beim Spendensammeln für an der Ruhestätte von Hans Settegast geholfen hatte. Nun kam die Idee auf, den Schülerinnen und Schülern historische Persönlichkeiten aus Bad Köstritz näher zu bringen. „Und was liegt da näher, als sich die Erinnerungen auf dem Friedhof anzuschauen“, fasst Bürgermeister Dietrich Heiland (CDU) zusammen. So wurde der Unterricht des von Kirsten Weise gelehrten Wahlpflichtfachs Natur und Technik der siebten Klassen genutzt, um sich unter anderem mit Werner Sylten und Hans Settegast vertraut zu machen.

Theorie durch praktische Arbeit ergänzt

Dazu kam dann die Übernahme der Grabpflege. „Der Unterricht besteht sonst aus viel Theorie, deswegen ist es schön, dass die Kinder auch mal praktisch tätig werden können“, erklärt Kirsten Weise den pädagogischen Ansatz des Schulprojekts. „In der Erde zu buddeln, hat Spaß gemacht“, ergänzt Enzo Sperhake. Der 13-Jährige und seine Klassenkameradin Tabea Pracht legten am Freitag stellvertretend für den ganzen Kurs ein Gesteck zum Totensonntag ans Settegast-Grab.

Dass Grabpflege zeitaufwendig ist, weiß der Vorstand vom Heimat- und Ortsverein: „Es ist wie ein kleiner Garten“, beschreibt Sven Schmitt die Arbeit. „Weil der Altersdurchschnitt im Verein recht hoch ist, sind wir froh, diese Aufgabe an die jüngere Generation abzugeben.“ Natürlich werde in den Ferien auch mal mitgeholfen – ganz aus den Händen geben wollte der Verein die Grabpflege noch nicht.