Bauen in Kraftsdorf trotz klammer Kasse

Kraftsdorf.  Der Bürgermeister nennt den Ausbau von Straßenabschnitten in Rüdersdorf Krisenmanagement. Es müsste viel mehr getan werden, doch das Geld fehlt.

Um ihre Verkehrssicherungspflicht wahrzunehmen, erledigen Bauhofmitarbeiter der Gemeinde Kraftsdorf momentan den Gehölzverschnitt an einer alten Linde in Rüdersdorf, die unmittelbar an der gerade im Bau befindlichen Ortsdurchfahrt steht. 

Um ihre Verkehrssicherungspflicht wahrzunehmen, erledigen Bauhofmitarbeiter der Gemeinde Kraftsdorf momentan den Gehölzverschnitt an einer alten Linde in Rüdersdorf, die unmittelbar an der gerade im Bau befindlichen Ortsdurchfahrt steht. 

Foto: Christine Schimmel

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Es war die im schlechtesten Zustand befindliche Straße im ganzen Gemeindegebiet, die seit Ende 2019 teilweise erneuert wird. Unter Vollsperrung wird die Ortsdurchfahrt in Rüdersdorf ertüchtigt. Insgesamt 1,3 Millionen Euro werden in Summe für 778 Meter verbaut, mit 60 prozentiger Förderung. „Es ist die größte Baumaßnahme in diesem Jahr“, sagt Gemeindebürgermeister Bernd Becker (CDU) und ist froh, dass wo es die örtlichen Gegebenheiten zulassen, auch Wege für Fußgänger sicher ausgebaut werden können. Von der Buswendeschleife im Ort bis zum Ortsausgang bei der Firma Karl Verpackungen wird am Ende eine neue Straße befahrbar sein, in Gemeinschaft von der Gemeinde und dem Zweckverband Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal (ZVME) umgesetzt. „Weil der ZVME weitere Fördermittel akquirieren konnte, können zusätzlich vier Nebenstraßen an den neuen Sammler angeschlossen werden“, erklärt Becker.

Krisenmanagement statt langfristiges Ertüchtigen

Das Bauen geht also weiter in der Gemeinde, in der man trotz immer knapper Kassen versucht, das Mögliche möglich zu machen. Und das, obwohl auch hier mit der Kreisumlage jongliert werden muss, um den Verwaltungshaushalt auszugleichen. „Ich hoffe noch immer, dass irgendwann die Kommunen von Land und Bund wieder mit angemessenen Mitteln ausgestattet werden. So geht es jedenfalls nicht weiter“, klagt der Bürgermeister. Mit der Straßenbaumaßnahme in Rüdersdorf sei schließlich nur ein Bruchteil, der nötigen Straßenlast unterhalten, die der Gemeinde gehören.

Allein in der Ortslage Rüdersdorf warten weitere Straßenabschnitte auf Erneuerung oder wenigstens Ertüchtigung. Im Bauhof sei zudem die Ersatzanschaffung neuer Multicars zwingend notwendig. Doch wo kein Geld da ist, müsse gespart werden, bedauert Bernd Becker , als Kommune nur noch Krisenmanagement betreiben zu können.

Neuer Außenbereich mit Rodelhang für den Kindergarten Rüdersdorf

Trotzdem freut man sich in der Einheitsgemeinde über einen weiteren Standort, an dem es baulich vorwärts geht. In der Kindertagesstätte Rüdersdorf entsteht demnächst ein großer neuer Freibereich mit Rodelhang und sieben zusätzlichen Parkplätzen. „Das Bauprojekt war von vornherein in drei Jahresscheiben geteilt worden. 2020 steht nun die Gestaltung der Außenanlagen an“, informiert der Bürgermeister auf Nachfrage. Die Erweiterung der vorhandenen Parkflächen war nötig, weil die bisher beengten Verhältnisse für Mitarbeiter, Eltern und Gäste der Einrichtung einfach nicht mehr gereicht hätten. Möglich macht die Ausweitung des Außenbereiches der Abriss eines von 1987 stammenden nicht mehr genutzten Gebäudes, an dessen Stelle durch Geländemodellierung mit Bäumen und neuer Sitzgruppe auf Wunsch der Kita-Leitung und der Eltern ein Rodelhang für die Knirpse entstehen wird. „Das wird die Kindertageseinrichtung ungemein aufwerten“, ist sich Becker sicher und kündigt ein Bauende des rund 60.000 Euro teuren dritten Bauabschnittes im Laufe des Sommers an. Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde über ein Bundesförderprogramm bereits die Erneuerung der Heizung, Lärmschutzmaßnahmen sowie die Trockenlegung der Terrasse und die Einrichtung eines Kinderwagenraumes realisieren können. Alle waren sich am Ende einig: „Das ist gut angelegtes Geld.“

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