Bei Arbeitgebern in Gera und Umgebung zum zusätzlichen Feiertag umgehört

Gera  Wie Arbeitgeber mit dem Weltkindertag als neuen Feiertag in Thüringen umgehen

Susanne Lochmann und ihre Tochter Mathilda (5) finden es einfach toll, dass der Weltkindertag der Unesco seit diesem Jahr in Thüringen gesetzlicher Feiertag ist. Gemeinsam mit Schwester Johanna (10) wird am Freitag erstmal richtig ausgeschlafen, bevor die Familie etwas unternimmt.

Susanne Lochmann und ihre Tochter Mathilda (5) finden es einfach toll, dass der Weltkindertag der Unesco seit diesem Jahr in Thüringen gesetzlicher Feiertag ist. Gemeinsam mit Schwester Johanna (10) wird am Freitag erstmal richtig ausgeschlafen, bevor die Familie etwas unternimmt.

Foto: Peter Michaelis

Am kommenden Freitag wird erstmals in Thüringen der Weltkindertag als gesetzlicher Feiertag begangen. Ende Februar dieses Jahres beschloss der Landtag mit den Stimmen der rot-rot-grünen Regierungsfraktionen, dass der neue Feiertag eingeführt wird

Was halten Arbeitgeber von diesem zusätzlichen Feiertag und wie gehen sie damit um, wollte diese Zeitung wissen und fragte in einigen Unternehmen in Gera und Umgebung nach.

„Gerade in einem Krankenhaus, das nur im Drei-Schicht-System funktioniert, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein großes Thema. Deswegen freuen wir uns, wenn Familien einen Tag zusätzlich für sich haben. Natürlich müssen Patienten auch am Feiertag versorgt werden, das heißt, Mütter und Väter werden auch am Freitag im Klinikum arbeiten. Da es für den Dienst am Feiertag aber einen extra Ausgleichstag frei gibt, heißt es für sie, der gemeinsame Tag ist nur aufgeschoben und wird eben nachgeholt“, so die Unternehmenssprecherin des SRH Wald-Klinikums Gera.

„Arbeitnehmer wird es sicher freuen, denn es ist ein zusätzlicher freier Tag für alle Angestellten“, sagte Alois Aschenbrenner, Geschäftsführer Othüna- Ostthüringer Nahrungsmittelwerk Gera GmbH. Dem Unternehmen gehe allerdings ein Produktions- und Auslieferungstag verloren, der sonst immer dagewesen sei. „In der Regel wird die Auslieferung vorgezogen, damit für den Handel keine Produkte im Regal fehlen“, so Aschenbrenner. Hinsichtlich Produktion realisiere man jede Bestellung der Kunden, entweder im Vorfeld oder im Nachgang.

Im Chemiewerk Bad Köstritz läuft die Mehrzahl der Produktionsanlagen am Freitag normal weiter – wie an anderen Feiertagen zu Ostern oder Weihnachten auch. Insofern fallen dort keine Produktionstage aus. „Die Mitarbeiter in der Verwaltung haben regulär frei. Den Mitarbeitern in der Produktion werden natürlich Feiertagszuschläge gezahlt. Das ist eine Tarifleistung“, erklärte Geschäftsführer Lars Böttcher. Die damit verbundenen finanziellen Mehraufwendungen verkrafte das Unternehmen. „Für einen Tag die Anlagen herunterfahren, wäre wesentlich unwirtschaftlicher für uns“, so Lars Böttcher.

„Wir berücksichtigen den neuen gesetzlichen Feiertag im Freistaat Thüringen natürlich in unserer Produktionsplanung und den weiteren betrieblichen Abläufen“, betonte Uwe Helmsdorf, Geschäftsführer der Köstritzer Schwarzbierbrauerei.

Von der Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera war zu erfahren, dass dieser neue Feiertag für etlichen Beratungsbedarf gesorgt habe. „Ein Feiertag ist für Unternehmer nichts Neues. Wie sie grundsätzlich damit umgehen müssen, wissen sie. Aber die spannende Frage ist: Kann ich nicht doch arbeiten an diesem Tag?“, berichtete IHK-Jurist Christian Rusche. Insbesondere bei kleineren Unternehmen bestünde hier Unsicherheit. Hier sei stets eine Einzelfallprüfung vonnöten, erklärt der Jurist. Es sei denn, man gehöre zu den gesetzlich definierten Ausnahmen wie beispielsweise Krankenhäuser, Presse oder Gastronomie. „Der relativ hohe Beratungsbedarf resultiert sicher auch aus der aus unternehmerischer Planungssicht relativ kurzfristig angesetzten Entscheidung“, schätzte Christian Rusche dazu ein.

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