Beziehung zu Zwölfjähriger in Gera aufgebaut: Nun in Zelle statt im Kinderzimmer

Tino Zippel
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Verteidiger Andreas Bönisch und der Angeklagte im Verhandlungssaal des Landgerichtes Gera.

Verteidiger Andreas Bönisch und der Angeklagte im Verhandlungssaal des Landgerichtes Gera.

Foto: Tino Zippel

Gera.  Die Staatsanwaltschaft Gera wirft einem 29-Jährigen schweren sexuellen Missbrauch vor. Das sagt er beim Prozess am Landgericht Gera.

Das Landgericht Gera verhandelt seit Donnerstag gegen einen zur Tatzeit 28-Jährigen aus Gera, der eine Beziehung zu einer Zwölfjährigen aufgebaut haben soll. In dieser soll es zu zwei Fällen des Geschlechtsverkehrs gekommen sein.

Die Staatsanwaltschaft Gera hat ihn deshalb wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt, weil er das Alter des Mädchens gekannt habe. Die Fälle ereigneten sich demnach im Februar und im März 2022 im Kinderzimmer des Mädchens. Die Staatsanwaltschaft habe die Anklage auf diese beiden Fälle beschränkt und eine mögliche Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige eingeschlossen, sagte Staatsanwältin Sylvia Reuter.

Jugendamt geht einer anonymen Anzeige nach

Über eine anonyme Anzeige war der Fall dem Jugendamt bekannt geworden, das gemeinsam mit der Polizei die Familie besuchte. In einer Vernehmung durch die Ermittler bestätigte die Schülerin den Geschlechtsverkehr. Im Prozess sagte das Mädchen unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Der Angeklagte bestreitet die Taten, wie er über seinen Verteidiger Andreas Bönisch der siebenten Strafkammer unter Vorsitz von Heike Schwengber ausrichten lässt. Selbst spricht er über seine Drogenabhängigkeit, deren Grundstein im Alter von 15 Jahren gelegen habe. Er habe regelmäßig Alkohol und Cannabis konsumiert. „Entweder eine Flasche Wodka am Tag oder zehn Bier. Je nachdem, worauf ich Lust hatte“, sagt der junge Mann ohne Berufsausbildung. Pro Woche habe er für 50 Euro Cannabis gekauft. Bis Ende 2021 habe er auch Crystal konsumiert. Im Gefängnis spüre er Entzugserscheinungen und bekomme abends Schlaftabletten.

Diese Strafe steht auf schweren sexuellen Missbrauch

Die Strafkammer will nun einen Gutachter einsetzen, ob der Angeklagte bei einer möglichen Verurteilung in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden muss. Auf schweren sexuellen Missbrauch steht pro Fall eine Mindeststrafe von zwei Jahren Haft.

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