Der Weltmeister geht beim Weidatal-Marathon voran

Weißendorf  Interview der Woche: Torsten Jung hat mit seinem Team den Weidatal-Marathon am Sonnabend erstmals um den Weidatal-Cross erweitert

Torsten Junge mit dem Plakat vom Bootcamp 2018. Der Testlauf war ein voller Erfolg.

Torsten Junge mit dem Plakat vom Bootcamp 2018. Der Testlauf war ein voller Erfolg.

Foto: Andreas Rabel

Laufen allein reicht vielen nicht mehr. Ein Hindernis hier, ein Wasserbecken da kann es schon sein. Mit dem Weidatal-Cross erlebt am Sonnabend in Weißendorf einer dieser inzwischen gefragten Hindernisläufe seine Premiere.

Was steckt dahinter? Warum sind Crossläufe so angesagt?

Zum einen, weil es für viele eine neue Herausforderung ist – auch ein Ausbrechen aus dem Alltag. Zum anderen ist es für viele Läufer eine schöne Abwechslung. Man unterbricht seinen Laufrhythmus und auch im Training nutzt man den ganzen Körper.

Haben Sie sich auch schon davon anstecken lassen?

Ja. Auf jeden Fall. Mein erstes Ziel, als ich mit Laufen begonnen habe, war der New York Marathon. Danach hat mir das Laufen in der Natur wie bei uns im Weidatal am meisten Spaß bereitet. Und nach dem ersten kleinen Hindernislauf war ich begeistert, wie viel Spaß es macht, durch Dreck und Wasser zu laufen.

Da wird das Kind im Manne geweckt?

Ja, so ungefähr.

Haben Sie auch schon andere Hindernisrennen bestritten – zum Beispiel Getting Tough?

Getting Tough einmal bis jetzt, um mich der Herausforderung zu stellen und zu sehen, wie ich mit der Kälte klarkomme. Das hat alles super geklappt. Für mich muss es aber nicht immer härter und schwieriger werden.

René Enders war im vorigen Jahr beim Boot-Camp, dem Testlauf des Weidatal-Cross schon dabei. Ich kann mich entsinnen, dass er es als Bahnradsprinter nicht so mit den langen Wegen hatte. Mussten Sie ihn sehr intensiv überreden, mitzumachen?

Nein gar nicht. Nach seinem Karriereende hat René als Ausgleich mit dem Laufen begonnen, was davor undenkbar war, das stimmt. Da auch er offen für Neues ist, immer mal was probieren will, hat ihm unser Hindernislauf sofort gefallen und er war Feuer und Flamme.

Wie läuft Ihre Vorbereitung? Haben Sie sich zu Hause im Garten eine Eskaladierwand aufgestellt?

(Lacht!) Nein, beim Laufen nehme ich gerne ein paar natürliche Hindernisse mit, ein paar Klimmzüge am Baum, durch die Weida waten oder den Teufelsberg rauf und runter. Das reicht.

Welche Hindernisse gilt es am Sonnabend zu überwinden?

Unser Motto lautet: Schlamm, Berge, Wasser – und von allem nicht zu wenig. Wir haben uns für einen Mix aus natürlichen und aufgebauten Hindernissen entschieden. Wir wollen aber nicht das härteste Rennen organisieren und verzichten so auf Hangelhindernisse oder technisch sehr schwierige Sachen. Anstrengend wird es allemal. So gilt es, mehrere Berge zu stürmen, Reifen zu tragen, erstmals Türen zu durchqueren, unter Hindernissen durchzukriechen, eine Insel zu erobern – jede Menge Schlamm. Im Ziel wartet die Weidatal-Cross-Wand und der Waschcontainer.

Haben Sie schon einen Probelauf hinter sich?

Ja, den haben wir im Rahmen der Spendentypisierung für Jens aus Weißendorf gemacht. Die finale Strecke ist bis jetzt aber kaum einem bekannt, da noch eine Überraschung dabei ist.

Sehen Sie die Gefahr, dass sich der Weidatal-Cross verselbstständigt und dem Weidatal-Marathon den Rang abläuft?

Nein, gar nicht. Beide Events haben ihre Fans und einige laufen sogar am Vormittag elf oder 21 Kilometer und am Nachmittag den Cross. Auch die Nordic Walker sind ein fester Bestandteil vom Weidatal-Marathon. Wobei es ja gar keine Marathondistanz mehr gibt. Wir sind begeistert über die vielen Voranmeldungen auf der 46 Kilometer langen Ultra-Strecke.

Kann man sich für den Weidatal-Marathon noch anmelden?

Ja, eine Nachmeldung ist bis 40 Minuten vor dem Start für alle Strecken noch möglich.

Gibt es etwas für die Kinder?

Unser Bambini- und Schülerlauf ist eine tolle Sache. Auch hier kann man am Nachmittag bis 20 Minuten vor Start vorbeikommen. Ein Ablaufplan – auch mit allen Zuschauerpunkten – steht im Internet.

Wenn Sie mich für den Weidatal-Marathon begeistern wollen, was sind Ihrer Meinung nach die Pluspunkte?

Die Natur entlang der Strecke. Wir haben Teilnehmer aus Berlin und aus der Nähe Münchens, die extra deswegen anreisen. Und natürlich die familiäre Atmosphäre, der Teamgeist. Ich bin unglaublich stolz auf den Einsatz von allen Helfern.

Gibt es schon Pläne für 2020?

Der Termin steht schon fest, es ist der 5. September. Im Lauf- und Nordic-Bereich bleibt alles so wie es ist. Und im Cross werden wir eine Strecke über acht und über 17 Kilometer anbieten. Die eine etwas leichter, die andere etwas schwerer.

Wünschen klappt nur im Märchen. Trotzdem: Was wünschen Sie sich für das Wochenende in Weißendorf?

Dass alle gesund und fröhlich ins Ziel kommen und dass wir schönes Wetter haben. Für den Rest haben wir gesorgt.

www.weidatalmarathon.de

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