Thüringer Feuerwehrmann soll neun Brände gelegt haben – Ermittlungen laufen weiter

Gera/Großenstein  Der 21-jährige mutmaßliche Brandstifter von Großenstein im Landkreis Greiz sitzt weiter in Haft. Die Kameraden der Feuerwehr arbeiten das Geschehen auf – schließlich war der mutmaßliche Täter bei der freiwilligen Feuerwehr.

Der Brand des Sportlerheims und weitere Feuer in Großenstein sind womöglich aufgeklärt.

Der Brand des Sportlerheims und weitere Feuer in Großenstein sind womöglich aufgeklärt.

Foto: Björn Walther

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Der Fall bewegt nach wie vor die Feuerwehrleute der Region: Einer der ihren soll in Großenstein für eine ganze Reihe von Bränden verantwortlich gewesen sein.

Wie es aus dem Landratsamt in Greiz auf Nachfrage hieß, gab es ein vom Kreisbrandinspektor moderiertes Treffen mit Vertretern der betroffenen und benachbarten freiwilligen Feuerwehren. Es sei um Aufarbeitung gegangen, um das Seelenleben und moralische Unterstützung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte, so das Landratsamt. Weiter äußern wollte man sich im laufenden Ermittlungsverfahren allerdings noch nicht.

Der 21-Jährige, der Anfang Juli festgenommen wurde und später den Ermittlern von Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge eine ganze Serie von Brandstiftungen in der Gemeinde einräumt habe, sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft. Das teilte die Staatsanwaltschaft Gera auf unsere Nachfrage mit. Sein bisheriges Geständnis habe nach wie vor Bestand, heißt es weiter.

Staatsanwalt: Erwachsenenstrafrecht anwenden

Zur vielfach aufgekommenen Frage, ob er für mehr als die Großensteiner Brände verantwortlich sein könnte, diese vielleicht inzwischen sogar eingeräumt habe, heißt es von der Staatsanwaltschaft weiter: „Über die beiden Großbrände in Großenstein am 14. Juni und 21. Juni hinaus, werden dem Beschuldigten im Zeitraum Juli 2018 bis Juni 2019 weitere sieben Brandlegungen zur Last gelegt, die der Beschuldigte auch eingeräumt hat.“

Neben den Großbränden einer Lagerhalle und des Sportlerheims in Großenstein binnen einer Woche handele es sich bei den weiteren eingeräumten Brandstiftungen „im Wesentlichen um Gartenlauben beziehungsweise Schuppen“, so die Staatsanwaltschaft: „Eine weitere Konkretisierung der Vorwürfe wird unsererseits derzeit nicht vorgenommen.“

Keine Angaben macht die Anklage dazu, ober der Beschuldigte in seinen Einlassungen auch Angaben zu einem Motiv machte und ob dieses im Zusammenhang mit seiner Feuerwehr-Mitgliedschaft stehe. Was das Alter des Beschuldigten und den Tatzeitraum angeht, stellt sich die Frage, ob die einzelnen Tatvorwürfe nach Jugend- beziehungsweise Erwachsenenstrafrecht differenziert werden müssen. Aus Sicht des Staatsanwalts zumindest nicht: „Bei sämtlichen dem Beschuldigten zur Last gelegten Sachverhalten kommt ausschließlich die Anwendung von Erwachsenenstrafrecht in Betracht“, heißt es dazu.

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